Zeitzeuge

Peter Keup

Berlin, Berlin
* 1958

The state of peace in which we think ourselves to be can prove deceptive.

Biografie auf Deutsch
Themen
  • politische Haft
  • historische Aufarbeitung
  • Freikauf
  • Flucht/Fluchthilfe
Sprache
  • Englisch

Biographical information

1958 Born in Radebeul near Dresden
1974 Parents’ application for an exit visa for West Germany, subsequently forced to leave extended secondary school in Radebeul (debarment from completing 11th and 12th form)
1975-1977 Training as typesetter
1976-1981 Professional ballroom dancer with his sister Uta
1981 3rd place in the GDR national championships, selected for the GDR national dance team
1981 Attempted escape via the CSSR and Hungary to Austria (by swimming across the Danube). Arrested by the Stasi in Dresden, four months in pre-trial custody. Sentenced to ten months of imprisonment on charges of ‘preparing to escape the republic’
1982 Release from prison and prisoner purchase by the West German government. Arrival in Essen
1989-2013 Owner of a dance school in Dinslaken
2016 Bachelor's degree in cultural studies from the University of Hagen
2018 Master's degree in political-historical studies from the University of Bonn
Currently scientific volunteer at the Ruhr-University Bochum, Institute for German Research

Profile

My parents applied for an exit permit in the winter of 1974, changing our family’s life overnight. I was forced to leave extended secondary school in Radebeul after the 10th form and seek out a trade. From 1975 to 1977 I trained as a typesetter, after which I was given a job placement. I was kicked out of my athletics sports club in 1975, after which I began competing in dancing tournaments. In 1981, my sister Uta and I placed third in the GDR national championships and were selected for the national dance team. Henceforth the Stasi placed us under surveillance. Any trips to participate in tournaments in the West were prohibited. In the summer of 1981 I tried to escape to Hungary (via Czechoslovakia) and from there to Austria. After my arrest on the Czech border, I was detained at the Stasi’s remand prison in Dresden for four months and sentenced to ten months of imprisonment on charges of ‘preparing to flee the republic’. After another four months of detention in Cottbus, I was deported to the West in a government deal in March of 1982. Since 1982, I have lived in Essen  – the city where my parents are from. Until 1989 I worked as a professional dancer and after that I ran my own dance school in Dinslaken for about 24 years. I successfully completed a Bachelor of Arts degree in cultural studies in 2016 and at the end of 2018, I obtained a Master of Arts degree in historical-political studies. As a witness, I have been working for various institutions and initiatives in Germany and abroad for many years, including the Berlin-Hohenschönhausen Memorial and "die politiksprecher".

Videointerviews

Video 1 (oben): Die Deutsche Gesellschaft e. V. hat im Winter 2020/2021 im Rahmen des Projekts "Erinnerung ist Zukunft" ein Interview mit Peter Keup realisiert. Das Projekt wurde vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert.

Video 2: In einer Folge der Sendung "Die Mädchen-WG" besuchen die Protagonistinnen das ehemalige Zuchthaus Cottbus. Dort treffen sie auf den Zeitzeugen Peter Keup, der von seiner Inhaftierung aus politischen Gründen berichtet. ZDFtivi-Sendung "Die Mädchen-WG", Staffel 13, Folge 16 (ab Minute 11:22), 28.01.2021.

Video 3: Im Film "Die Zeitzeugenarbeit hat mein ganzes Leben verändert" berichtet Peter Keup von seinen Erfahrungen als Zeitzeuge an Schulen und anderen Lernorten. Er verrät, welche Frage seine Zuhörer besonders interessiert und warum die Bildungsarbeit sein ganzes Leben verändert hat. Das Interview wurde auf der 3. Zeitzeugen-Regionalkonferenz am 29.11.2013 in Berlin aufgenommen. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das Interview führte Miriam Menzel von der Kooperative Berlin.

Video 4: "Ich wollte weg". Kurzfilm vom Klara Höfels, Dresden 2009.
Peter Keup wurde als 23-Jähriger wegen Republikflucht inhaftiert und musste insgesamt 10 Monate Haft absitzen, bis er von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft wurde.

Berichte

"Stasi-Opfer berichtet in Hagen von missglückter Flucht" - Peter Keup berichtete Jugendlichen von seinem Fluchtversuch und von seinen Erfahrungen in DDR-Haft. Westfalenpost, 13.03.2018.

"Zeitzeugen berichten Luisenschülern vom Leben in der DDR" - Peter Keup besuchte zusammen mit Sigrid Richter die Klasse 8c an der Luisenschule in Mühlheim. Im Rahmen der "Nachhaltigkeitstage" wollten sie von den Zeitzeugen wissen, was Diktatur und Demokratie unterscheidet. WAZ, 04.07.2017.

"Als Zeitzeuge durch Südamerika" - Argentinien, Uruguay, Brasilien - und von dort aus weiter nach Nordamerika: Zuerst berichtete Peter Keup den Jugendlichen an der Deutschen Schule in Montevideo von seinen Erinnerungen an die DDR, auch in Rio de Janeiro und Sao Paulo hörten die Schülerinnen und Schüler ihm aufmerksam zu.

"Der Moment der Wahrheit": Anlässlich des Sturms auf die Stasi-Zentrale vor 25 Jahren hat Peter Keup in Berlin aus seinen Akten gelesen. 1981 wurde er auf der Flucht verhaftet. Erst heute weiß er, wer ihn verraten hat. Deutschlandradio Kultur, Verena Kemner, 15.01.2015.

"Ich war Nummer 13-1" - Peter Keup zu Gast bei Volkshochschule und Driland-Kolleg, Westfälische Nachrichten, 30.10.2014

"Warum ein Ex-Häftling in seine alte Stasi-Zelle zurückkehrt", in: Der Westen, 21.09.2014

"Zeitzeuge spricht über Stasi-Haft und Schikanen in der DDR", in: Der Westen, 07.11.2013

"Peter Keup referiert in Südkorea über Parallelen zur DDR", in: Der Westen, 04.09.2012.

"Als Zeitzeuge der ehemaligen DDR unterwegs", in: Der Westen, 25.01.2012.

"Peter Keup berichtet in der ganzen Welt vom Leben in der DDR-Diktatur", in: Der Westen, 05.05.2012.

"Von Sydney nach Taiwan", in Neue Rhein Zeitung, 07.04.2012.

"Der Fall Peter Keup", in: Rheinische Post, 11.11.2011.

"Blick zurück in die Stasi-Zeit", in: Der Westen, 05.11.2011.


Videodokumentation

"Das letzte Mal. Ost/West Tanzgeschichten der Geschwister Uta und Peter Keup", Dokumentation von Klara Höfels, 2012.


Interview

"Das Gefühl, nicht da gewesen zu sein." Seit mehr als 70 Jahren ist Korea geteilt. Nordkorea wird von Kim Jong-Un beherrscht, der mit harter Hand regiert. Was bewegt einen, trotz aller Gefahren dorthin zu reisen? Reisebericht aus Nordkorea von Peter Keup.

Veranstaltung

Wer entscheidet über einen Asylantrag? Dürfen Polizisten in meine Wohnung eindringen? Und wie war das in der DDR? – die Fragen der Sonneberger Schülerinnen und Schüler zu den Grundrechten standen am 14. September 2015 im Mittelpunkt des Projekttages „GG 19 – Ein guter Tag für die Demokratie“. Marcus Kiesel und Helge Eikelmann von Multivision e.V. führten sie durch Artikel 1 bis 19 des Grundgesetzes. Peter Keup berichtete von den Einschränkungen seiner Rechte in der DDR, von Fluchtversuch und Haft. Die 15-Jährigen diskutierten abschließend mit Peter Keup, Stefan Hilsberg, Staatssekretär Malte Krückelt (Thüringer Staatskanzlei) und Markus Ermert (Freies Wort) vor allem über die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Thüringen. Das Projekt wurde von der Bundesstiftung gefördert.