Zeitzeuge

Janina Manthey

Berlin, Berlin
* 1965

Wir wollten nicht warten bis die Politik entscheidet, wir beschlossen, uns selbst zu helfen.

Themen
  • Flucht/Fluchthilfe
  • Alltagserfahrungen

Biografisches

1965 in Neubrandenburg geboren
1970 Versetzung des Vaters und Mitzug der Familie nach Strausberg bei Berlin
1982 Ausbildung als Chemielaborantin
1984 Tätigkeit als Lebensmittel-Chemielaborantin
1989 Flucht aus der DDR
Inhaberin von "Kusto Herrenmoden" in Berlin

Kurzbeschreibung

Janina Mantheys Vater war ein hoher Offizier der Nationalen Volksarmee (NVA). Als Jugendliche war sie Mitglied in der FDJ und bei den Thälmann-Pionieren. Nach der Scheidung ihrer Eltern lebte sie bei ihrer Mutter, einer Verwaltungsangestellten, wodurch ihr Alltag eine Wendung bekam.
Nach der zehnten Klasse absolvierte sie eine Ausbildung als Chemielaborantin. Ihr Wunsch war es, ein Chemiestudium aufzunehmen. Dies wurde ihr, aufgrund ihrer Weigerung der SED beizutreten, verwehrt. Stattdessen arbeitete sie ab 1985 als Lebensmittel-Chemielaborantin in einem Backwarenkombinat in Berlin.
Sie selbst sowie ihr Freundes- und Bekanntenkreis standen dem DDR-Regime kritisch gegenüber, weshalb sie im Berufsleben Konflikten ausgesetzt war. 1989 beantragte sie ein Visum und reiste nach Ungarn. Sie verpasste das Paneuropäische Picknick und somit den Grenzübertritt knapp und durfte zunächst nicht nach Österreich ausreisen. Zusammen mit weiteren 250 Ausreisewilligen gelang ihr im August 1989 der Übergang an der österreichisch-ungarischen Grenze bei Klingenbach.
Sie lebte anschließend in Stuttgart und Hamburg, heute wohnt sie wieder in Berlin.

Berichte

In "Beobachter" berichtet Janina Manthey von ihrer Flucht, eine Karte veranschaulicht die einzelnen Fluchtstationen. Beobachter, 15. Oktober 2009.