Zeitzeuge

Harro Lucht

Berlin, Berlin
* 1950

Niedergenötigt? Befreit! Sie wollten uns kleinmachen - aber förderten unseren Weg in die Gemeinschaft, in Lebensbejahung, Freude und Sinn.

Themen
  • Staatssicherheit
  • Kirche
  • Ausreise/Ausbürgerung

Biografisches

1950 in Halle (Saale) geboren
1957 Übersiedlung nach Hamburg nach der Inhaftierung des kritisch-marxistischen Vaters wegen "staatsfeindlicher Hetze und staatsfeindlicher Gruppenbildung" (siebeneinhalb Jahre Haft in Bautzen)
1963 Rückkehr in die DDR
1969-1974 Theologiestudium an der Universität Greifswald
1974-1980 übliche Vorbereitungsschritte auf das Pfarramt
1981-1987 Studentenpfarrer in der Evangelischen Studentengemeinde Greifswald, Operativer Vorgang "Apostel" der Staatssicherheit
1987-1989 Pfarrer in Berlin-Prenzlauer Berg
06.10.1989 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland, danach arbeitslos
1994-2009 Krankenhauspfarrer in Neuruppin
2009-2015 Krankenhauspfarrer in Berlin-Reinickendorf
2015 Pensionierung
 

Veröffentlichungen

"So habe ich es erlebt. Aus einem Christenleben in der DDR. Pfarrer Harro Lucht erzählt", Radiointerview mit Harro Lucht, Sender Horeb, ausgestrahlt am 9.11.2014. Die Doppel-CD ist kostenlos und in beliebiger Anzahl bestellbar beim CD-Vervielfältigungsdienst unter Fax-Nr. 08328/921-142.

Harro Lucht: Hatte eine christliche Studentengemeinde in der DDR eine gesellschaftspolitische Verantwortung?, in: R. Nitzsche/K. Glöckner (Hg.): Geistige Heimat ESG - In Freiheit leben aus gutem Grund. Erinnerungen an 60 Jahre ESG Greifswald, hg. v. der ESG Greifswald, 2006, ISBN 3-86006-253-0, S. 149-172.

Rahel von Saß: Der Greifswalder Weg. Die DDR-Kirchenpolitik und die Evangelische Landeskirche Greifswald von 1980 bis 1989, hg. v. Landesbeauftragten von Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Schwerin 1998, ISBN 3-933255-08-2. Darstellung der "ESG Greifswald im Spiegel des OV Apostel" vor allem auf den Seiten 119-138.

Kurzbeschreibung

Als 1950 in der DDR Geborener gehöre ich einer Generation an, die sich - soweit kirchlich orientiert - in der Jungen Gemeinde und der Studentengemeinde mit den Lebenswerken von Mahatma Gandhi und Martin Luther King sowie mit dem Bekenntniswiderstand evangelischer Christen im Nationalsozialismus auseinandersetzte. Von ihnen lernten wir, dass christlicher Glaube nur lebendig ist, wenn er die gesellschaftspolitischen Konsequenzen nicht scheut. Dabei wissend, dass dieser Weg nicht unbedingt Ehre und Anerkennung, sondern oft Leiden und Ablehnung mit sich bringt. Unter den spezifischen Bedingungen der DDR suchten wir das Gespräch mit allen, die sich für eine freiere Gesellschaftsordnung einsetzten, mit Christen und Marxisten, mit Schriftstellern, Philosophen und Theaterleuten.