Zeitzeuge

Silvia Krause

Greiz, Thüringen
* 1958

...ein totes Leben in ideologischer und territorialer Leibeigenschaft…

Themen
  • politische Haft
  • Ausreise/Ausbürgerung
  • Freikauf

Biographisches

1958 geboren in Greiz/Thüringen
1965-1975 Realschule 10. Klasse, danach Fachschulstudium am Agricola-Krankenhaus Saalfeld zur Physiotherapeutin, in diversen Einrichtungen angestellt
Oktober 1988 Verhaftung
Mai 1989 Freikauf durch die Bundesregierung
nach Übersiedlung politisch nicht aktiv; selbstständige Therapeutin, Dozentin für Physiotherapie, Referentin für verschiedene Vereine, überwiegend Naturheilvereine; selbstständig in Marketing und Vertrieb, Inhaberin eines Studios für Farbe- und Typenberatung
2008 Ausbildung zur Vitametikerin
seit 2012 frühberentet wegen posttraumatischer Spätfolgen der Inhaftierung

Kurzbeschreibung

Silvia Krause stellte einen Antrag auf Ausreise aus der DDR. Es folgte eine zweijährige Wartezeit, in der sie regelmäßig "Erklärungen" schrieb, um ihren Wunsch zu bekräftigen. Ein Schreiben kritisierte die Politik der SED-Diktatur deutlich, im Oktober 1988 wurde Silvia Krause verhaftet. Sie wurde wegen "öffentlicher Herabwürdigung" und "illegaler Kontaktaufnahme zu bundesdeutschen Behörden" (§§ 220, 219 Strafgesetzbuch der DDR) zu 22 Monaten Haft verurteilt. Silvia Krause durchlief die Untersuchungshaft in Gera, den vormilitärischen Strafvollzug Dessau und das Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz. Ihre Haftzeit wurde durch den dramatischen Umstand erschwert, dass ihre zweijährige Tochter damals in Lebensgefahr schwebte. Silvia Krause wurde, zusammen mit ihrem damaligen Ehemann, im Mai 1989 von der Bundesregierung freigekauft.