Zeitzeuge

Wolfgang Jähnichen

Falkensee, Brandenburg
* 1939

Die Friedliche Revolution und die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes waren für mich das nachhaltigste Ereignis in meinem 40-jährigen Berufsleben.

Themen
  • deutsche Einheit
  • Grenzerfahrungen
  • Volksaufstand 17. Juni 1953
  • Umbruchserfahrungen seit 1989/90

Biografisches

1939 in Dresden geboren
Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 in Dresden
1957 altsprachliches Abitur an der Internatsschule des Dresdner Kreuzchores
1960-1967 Studium des Bau- und Verkehrswesens an der Technischen Universität (TU) Hannover
1967-1972 persönlicher Referent des Vorstandsvorsitzenden der Hamburger Hochbahn
1972-1978 Gründungsgeschäftsführer der Rhein-Consult Düsseldorf, einer Tochtergesellschaft der Rheinischen Bahngesellschaft
1979-1993 Abteilungsdirektor und Betriebsleiter für den Bereich Verkehr Oberfläche der BVG Berlin, verantwortlich für die Angleichung der beiden Berliner Verkehrsbetriebe
1993-2003 Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe, Gründungsgeschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes
seit 2004 Berater großer nationaler und internationaler Verkehrsunternehmen, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins des Deutschen Technikmuseums Berlin, Vorstandsmitglied des Vereins Deutscher Ingenieure Berlin-Brandenburg

Kurzbeschreibung

Wolfgang Jähnichen war als 14-Jähriger Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 in Dresden. Ab 1960 studierte er in Hannover und machte seinen Abschluss als Diplomingenieur für Bau- und Verkehrswesen. 1972 war er Mitbegründer und Geschäftsführer von Rhein-Consult Düsseldorf, einem Unternehmen, das für die Planung und Bauüberwachung der U-Bahn in Düsseldorf zuständig war. 1979 wechselte er zu den West-Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und war dort Abteilungsdirektor und Betriebsleiter für den Oberflächenverkehr. Unmittelbar nach der Pressekonferenz vom 09. November 1989, auf der Günter Schabowski die neuen Reisebestimmungen und damit die Maueröffnung verkündete, traf sich Jähnichen mit Walter Momper, dem damaligen Regierenden Bürgermeister von West-Berlin. Im Rathaus Schöneberg in West-Berlin erhielt er noch am selben Abend den Auftrag, das Busverkehrsnetz von West- nach Ost-Berlin und in die DDR aufzubauen. Von 1993 bis zu seiner Pensionierung war er Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe und Gründungsgeschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes. Auch dort oblag es ihm, aus einem ehemaligen sozialistischen Kombinat einen nach marktwirtschaftlichen Regeln funktionierenden Verkehrskonzern aufzubauen.

Die Bundesstiftung Aufarbeitung interviewte im Rahmen der Videoreihe „5 Fragen an …“  den Zeitzeugen Wolfgang Jähnichen. Den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 erlebte er als vierzehnjähriger Junge hautnah in Dresden mit. Ab 1960 studierte er in Hannover, machte seinen Abschluss als Diplomingenieur für Bau- und Verkehrswesen und blieb in der Bundesrepublik Deutschland. Als Abteilungsleiter der West-Berliner Verkehrsbetriebe koordinierte Jähnichen unmittelbar nach der Maueröffnung am 9. November in einer Nacht-und Nebel-Aktion den Busverkehr zwischen den beiden Teilen Berlins. Von 1993 bis zu seiner Pensionierung war er Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe und Gründungsgeschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes. Auch dort oblag es ihm, aus einem ehemaligen sozialistischen Kombinat einen nach marktwirtschaftlichen Regeln funktionierenden Verkehrskonzern aufzubauen.

Bericht

- "Volksaufstand in der DDR - 17. Juni 1953: Der Tag des Donners", von Michael Brettin, in: Berliner Kurier, 11. Juni 2013.