Zeitzeuge

Willi Eisele

Wolfratshausen, Bayern
* 1946

Zeitzeugenarbeit ist Kärrnerarbeit. (Freya Klier, 1996)

Themen
  • Grenzerfahrungen
  • Staatssicherheit
  • westdeutsche Zeitzeugen

Biografisches

1946 geboren in Mengen (Württemberg)
1965 Abitur am Gymnasium Ehingen (Donau)
1965-1970 Studium der Fächer Geschichte, politische Bildung, Englisch (Lehramt an Gymnasien), soziales Engagement im Malteser Hilfsdienst
1972-1974 Referendariat
bis 2011 Gymnasiallehrer in Bayern, zuletzt Schulleiter des Gymnasiums Fürstenried (2000-2011)
1973-2013 ehrenamtliche Tätigkeiten im Berufsverband (bpv) und in Fachverbänden (BGLV, VGD), Lehrerfortbildner (östliche Bundesländer)
1991-1996 Referatsleiter für die Gymnasien in Sachsen (SMK)
seit 2011 wissenschaftliche Arbeit als Historiker

Weitere biografische Angaben finden Sie hier. 

Kurzbeschreibung

Seit 1973 führte ich Schülerfahrten und Fachexkursionen für Lehrkräfte in die DDR, nach Polen und in die Sowjetunion durch. Von diesen Erfahrungen hatte ich dem Gesamtdeutschen Institut in Bonn zu referieren. Das Ministerium für Staatssicherheit nahm mich deshalb als "Multiplikator des organisierten Polittourismus" ins Visier. 1987 erhielt ich ein Einreiseverbot für zwölf Jahre. Es wurde durch einen "Entscheid durch den Genossen Minister (Erich Mielke)" gegenüber der Bayerischen Staatskanzlei wieder aufgehoben. Gleichzeitig wurden jedoch die Instruktionen für die Observation mit unmittelbarer Berichtspflicht deutlich verschärft. Nach meiner Zeit als Lehrer und Schulleiter nahm ich das erste Mal Einsicht in meine MfS-Akte und berichte heute als Zeitzeuge von meinen Erfahrungen.
 

Bericht

"Mit Eisele nach Eisenach" - Willi Eisele legt dar, was er als westdeutscher Lehrer bei Klassenfahrten in die DDR erlebte. Artikel von Julius Lukas, Mitteldeutsche Zeitung, 03.03.2021.

Interview mit Willi Eisele: "Erfahren, was Sache ist"

Welche Vorstellungen hatten Sie von den Fahrten und welche Ziele verfolgte das Gesamtdeutsche Institut? Wie haben die Jugendlichen die DDR wahrgenommen, war die Beobachtung durch die Stasi zu merken? Der Zeitzeuge Willi Eisele beantwortete die Fragen von Helen Stoeßel, Praktikantin bei der Bundesstiftung Aufarbeitung. Das Interview steht hier zur Verfügung.