Zeitzeuge

Manfred Dittmar

Berlin, Berlin
* 1934

Die große Wende in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.

Themen
  • Volksaufstand 17. Juni 1953
  • Mauerbau 13. August 1961
  • Mauerfall 9. November 1989
  • Alltagserfahrungen

Biografisches

1934 geboren in Berlin-Charlottenburg
1952 Abitur an der Eichendorff-Schule in Berlin-Köpenick
1952 Beginn eines Chemiestudiums an der Humboldt-Universität Berlin
Abschluss als Russisch- und Englischübersetzer, Dokumentalist, Informator
verschiedene Tätigkeiten, unter anderem als Fachübersetzer, Informationsstellenleiter, Statistiker
1972-1991 Übersetzer-Redakteur bei Intertext – Fremdsprachendienst der DDR
1992-1997 Arbeit für die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU)
seit 1997 Rentner
Mitglied bei Bündnis90/Die Grünen

 

Kurzbeschreibung

Manfred Dittmar ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Hier hat er den größten Teil seines Lebens verbracht. Als Kind erlebte er in Berlin den Zweiten Weltkrieg. Zwischenzeitlich besuchte er auch Schulen in Eisenroth (Hessen) und Fürstenwalde – den Besuch dort beendete er aber 1944, nachdem er bei einem Fahnenappell zu den Weihnachtsferien in der ersten Reihe stehend nicht den Hitlergruß gezeigt hatte. Konsequenzen blieben aber aus. Nach seinem Schulabschluss 1952 begann er ein Chemiestudium in Berlin, das er nicht abschloss. Nebenbei arbeitete er als freischaffender Übersetzer. Den 17. Juni 1953 verbrachte er zwar in West-Berlin, kann aber über die angespannte Situation im Vorfeld und die Nachwirkungen berichten. Der Mauerbau am 13. August 1961 traf ihn auch persönlich – dem Betreuer seiner Diplomarbeit gelang im November 1961 die Flucht in den Westen. Welche Tücken der Alltag in der DDR mit sich brachte, seien es die Probleme bei der Materialbeschaffung oder ein stundenlanges Verhör aufgrund eines entfalteten Stadtplans in Mauernähe, Manfred Dittmar weiß davon zu berichten.

 

Bericht

"DDR-Übersetzungsdienst Intertext: Die Firma der SED" - Manfred Dittmar gibt Auskunft über seine Arbeit als Übersetzer und Dolmetscher in der DDR. Deutschlandradio Kultur, 30.09.2015