Themen
- Kirche
- Alltagserfahrungen
- Umbruchserfahrungen seit 1989/90
- Kunst/Kultur/Literatur
Sprache
- Englisch
- Französisch
Biografisches
1967 geboren in Jena (Thüringen)
1974–1984 Besuch der Polytechnischen Oberschule (POS) in Jena
1982 Jugendweihe und Konfirmation, keine Zulassung zum Abitur
1984 Abschluss Mittlere Reife
1980–1989 Besuch der Jungen Gemeinde (Melanchthonhaus) und später der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) in Jena
1987–1988 Teilnahme an internationalen Friedenstreffen der ESG in Ost-Berlin
1984–1987 Ausbildung zur Medizinisch-technischen Assistentin (MTA-Labor) an der Fachschule Jena
1987–1990 MTA am Institut für Klinische Pharmakologie in Jena
1990–1993 Leben und Arbeiten in Brüssel: Au-pair-Tätigkeit und anschließend Arbeit als Laborassistentin
1993–1995 Abitur am Euregio-Kolleg in Würselen (Nordrhein-Westfalen)
1995–1998 Studium am Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IÜD) der Universität Heidelberg und Teilnahme am Erasmus-Programm in Dublin und Paris
1998–2007 Leben und Arbeiten in Paris: Arbeitserfahrungen im Informationszentrum der deutschen Botschaft (ehemalige DDR-Botschaft) und als Presse-Consultant bei einer französischen Agentur, Heirat und Geburt zweier Töchter
2007 Umzug mit der Familie nach Frankfurt am Main
2008 Qualifizierung zur zertifizierten Gästeführerin in Frankfurt am Main
seit 2020 Lesungen als DDR-Zeitzeugin an Schulen in Hessen
seit 2023 Zusammenarbeit mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung
Weitere Informationen finden Sie unter www.main-frankfurt-guide.com.
Auf der Website können Sie auch die Gedichte „Ist das Freiheit?“ und „Mädchen in Uniformen“ lesen.
Kurzbeschreibung
Ich wuchs in einem sehr liberalen und kritischen Elternhaus auf. Einige unserer Verwandten und Freunde lebten bereits seit den 1950er- und 1960er-Jahren in der Bundesrepublik Deutschland.
Aufgrund meines kritischen Verhaltens und Hinterfragens im Unterricht erfuhr ich bereits mit 13 Jahren Benachteiligungen durch die Lehrer. Meine Sorgen und meinen Unmut über die Bevormundung im täglichen Leben verarbeitete ich in Gedichten und in Tagebuch-Einträgen. Das Schreiben war ein Anker in einer nicht leichten Zeit. Zwischen 1984 und 1986 las ich wiederholt in meinen evangelischen Kirchenkreisen die systemkritischen Gedichte vor und ging zu den Friedenstreffen der Kirche in Jena. Das Abitur blieb mir verwehrt.
Während meiner Tätigkeit als MTA nahm ich mehrmals an evangelischen Friedenstreffen in Ost-Berlin teil, um mich mit westdeutschen und internationalen Studenten auszutauschen. Überraschenderweise wurde mir im Dezember 1987 eine Reise zu Verwandten in die Bundesrepublik genehmigt. Aus Angst vor Repressalien der DDR-Behörden gegen meine Familie kehrte ich nach Jena zurück. Diese Westreise verstärkte meinen Wunsch, in Freiheit zu leben. Ab Sommer 1989 plante ich meine nächste mögliche Westreise für Januar 1990, um dann dort zu bleiben. Im Herbst 1989 nahm ich an den Demonstrationen in Jena und Leipzig teil. Mitte September gab es laut Stasiakte einen Suchbefehl auf meinen Namen, aber am 9. November 1989 fiel die Mauer.
Ich entschied mich im November 1990, Deutschland zu verlassen und fand ein neues Zuhause in Brüssel. Nach vielen Jahren an verschiedenen Orten in Europa lebe ich mit meiner Familie seit 2007 in Frankfurt am Main und arbeite als selbstständige Gästeführerin.
Seit 2020 besuche ich Schulen in Frankfurt und anderen Regionen in Hessen und trete bei öffentlichen Veranstaltungen auf. Es liegt mir sehr am Herzen, meine Erfahrungen als Jugendliche in der DDR zu teilen, und dies authentisch und lebendig auch anhand meiner Lyrik aus dieser Zeit.
Podcast
"Annette Evans – Ein Westbesuch, eine Entscheidung" – Folge 5 des Podcasts "Wendeweiber", 14.02.2026.