Zeitzeuge

Mahmoud Dabdoub

Leipzig, Sachsen
* 1958

Freiheit kann man sich nur nehmen.

  • Zeitzeuge Mahmoud Dabdoub in der Zeit der deutschen Teilung
  • Zeitzeuge Mahmoud Dabdoub heute
Themen
  • Kunst/Kultur/Literatur
  • Mauerfall 9. November 1989
  • Alltagserfahrungen
  • Umbruchserfahrungen seit 1989/90
  • Migrationserfahrungen
Sprache
  • Englisch
  • Arabisch

Biografisches

1958 in Baalbek/Libanon geboren
1976 Abitur in Beirut
1979 Arbeit in der Autoteile- und Eisenindustrie in Westdeutschland
bis 1981 Arbeit bei Ismail Shammout im palästinensischen Kulturbüro in Beirut
11.09.1981 Ankunft als Stipendiat in Ost-Berlin
1981–1982 Besuch des Herder-Instituts in Leipzig (Sprachkurse)
1982–1987 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig (unter anderem bei Helfried Strauß), Abschluss: Diplomfotograf
seit 1987 freiberuflich in Leipzig tätig
09.11.1989 Rückreise von einer Ausstellung in Köln über West-Berlin nach Ost-Berlin, Erleben des Mauerfalls
seit 2000 deutsche Staatsbürgerschaft

Weitere Informationen – insbesondere zur fotografischen Arbeit von Mahmoud Dabdoub – finden Sie unter www.dabdoub.de.

 

Veröffentlichungen (Auswahl)

Mahmoud Dabdoub: Alltag in der DDR. Fotos aus den 1980er Jahren. Mit einem Vorwort von Thomas Brussig, Passage-Verlag, Leipzig 2024.

Mahmoud Dabdoub: Ein Glücksfall, in: Carina Großer-Kaya/Monika Kubrova: „... die DDR schien mir eine Verheißung.“. Migrantinnen und Migranten in der DDR und in Ostdeutschland, Ammian Verlag für Regional- und Zeitgeschichte, Berlin 2022.

Mahmoud Dabdoub: Wie fern ist Palästina? Fotos aus palästinensischen Flüchtlingslagern. Mit Texten von Sarkis Latchinian und palästinensischen Schülern sowie einem Vorwort von Samih Al-Kasim. Gedichte von Adel Karasholi, Passage-Verlag, Leipzig 2003.

Alltag in der DDR. Fotos aus den 80er Jahren von Mahmoud Dabdoub. Texte von Gunter Böhnke und Bernd Lindner, Passage-Verlag, Leipzig 2003.

Kurzbeschreibung

Mahmoud Dabdoub wurde 1958 als Sohn palästinensischer Eltern in einem libanesischen Flüchtlingslager geboren. Schon in seiner Jugend begann er zu zeichnen und – wenn ihm Filme zur Verfügung standen – zu fotografieren. Nach dem Abitur und einem Arbeitsaufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland war er im palästinensischen Kulturbüro in Beirut tätig.
Das Kulturbüro stand auch in Kontakt mit der DDR und Mahmoud Dabdoub erhielt 1981 ein Stipendium für das Land. Zunächst absolvierte er Sprachkurse und ab 1982 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Zu seinen Hochschullehrern gehörte Helfried Strauß, der Dabdoubs Schaffen später folgendermaßen beschrieb: „Seine Bilder sind wahr, nicht inszeniert. Sie zeigen gelebtes Leben.“ Seit 1987 ist Mahmoud Dabdoub als freiberuflicher Fotograf tätig.
Die Umbrüche ab 1989 erlebte er als Beobachter mit. So war er etwa in der Nacht des Mauerfalls am 9. November zufällig in Berlin und fotografierte die Feiernden. Sein Lebensmittelpunkt blieb Leipzig und seit dem Jahr 2000 ist er deutscher Staatsbürger.
Bis heute dokumentiert Dabdoub den Alltag fotografisch, veröffentlicht Fotobände und stellt aus. Daneben wirkt er als Brückenbauer zwischen verschiedenen Kulturen und unterstützt beispielsweise Menschen, die neu in Deutschland ankommen.

„Gelebte Geschichte“ – Mahmoud Dabdoub

Mahmoud Dabdoub berichtet in der Videoreihe „Gelebte Geschichte“ von seiner Kindheit und Jugend im Libanon, dem Leben in der DDR und von den Umbrüchen seit 1989/90.