Zeitzeuge

Inge Albrecht

Berlin, Berlin
* 1963

Wir waren drin!

Themen
  • Medien
  • Mauerfall 9. November 1989
  • Ausreise/Ausbürgerung
  • Flucht/Fluchthilfe

Biografisches 

1963 geboren in Zossen bei Berlin
1982 Abschluss einer Ausbildung zur Nachrichtentechnikerin beim DDR-Fernsehen
1995 Abschluss eines Regie-Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin
2002 Abschluss eines Journalismus-Studiums an der Freien Universität Berlin
seit 1984 mit Studienunterbrechung oder parallel tätig bei verschiedenen deutschen und österreichischen Fernsehanstalten als Autorin, Cutterin, technische Leiterin

Kurzbeschreibung

In der DDR war es Inge Albrecht aufgrund ihres regimekritischen Vaters nicht gestattet, das Abitur zu machen oder gar zu studieren. Mit den politischen Einschränkungen und Gängeleien der DDR-Regierung kam sie immer weniger zurecht, deshalb wollte sie in den Westen. Die ersten zwei Versuche von Inge Albrecht, über Drittländer zu fliehen, scheiterten. Sie stellte einen Ausreiseantrag und kam den Konsequenzen, etwa einer Kündigung, zuvor: Mit zwei Freundinnen floh die 21-Jährige im Juni 1984 in die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin und erzwang so ihre Ausreise. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen Ost und West konnten die drei Frauen, nach knapp vier Wochen Aufenthalt, die DDR in Richtung Westen verlassen. Über ihren Aufenthalt in der Ständigen Vertretung, die Verhandlungen, die anderen Flüchtlinge sowie die politischen Drahtzieher, hat Inge Albrecht im Rahmen ihres Filmstudiums einen einstündigen Dokumentarfilm gedreht. Der Film „Wir sind doch kein Hotel – Fluchtort Botschaft“ entstand in Koproduktion mit dem WDR und wurde bereits mehrmals ausgestrahlt.

Berichte: Flucht in die Botschaft

"Geschlossene Gesellschaft" - Vor 25 Jahren in Berlin: Fluchtwelle in die BRD-Vertretung: Wie in keinem Jahr zuvor drängten DDR-Bürger 1984 in die Botschafen der Bundesrepublik in Prag und in Ost-Berlin. Inge Albrecht verbrachte im Juni vier Wochen in der Vertretung in Ost-Berlin, zusammen mit rund 50 anderen Ausreisewilligen. Neues Deutschland, 2.7.2009.

"Die Ständige Vertretung: Das 'weiße Haus' in Ost-Berlin": Die Geschichte des Hauses in der Hannoverschen Straße 28 in Ost-Berlin. Damals im Osten, MDR.

Informationen: Neuanfang im Westen

Nach ihrer Ankunft in West-Berlin lebte Inge Albrecht vier Wochen lang im Notaufnahmelager Marienfelde. Berichte über den Alltag in Marienfelde und über das aufwendige Notaufnahmeverfahren für DDR-Flüchtlinge werden in der Dauerausstellung "Flucht im geteilten Deutschland" der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde dargestellt. Auszüge aus der Ausstellung stehen online zur Verfügung.

Foto: Inge Albrecht, 1984.