Zeitzeugen für den Unterricht

In unserer Zeitzeugendatenbank befinden sich mehrere Personen, die aus eigener Erfahrung über den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und seine Folgen berichten können: Dr. Peter Bohley, Dieter Drewitz, Klaus Gronau, Wolfgang Jähnichen, Fred S. Oldenburg, Joachim Rudolph, Dr. Hans-Jürgen Sievers sowie Eberhard Wilms. Sie werden im Folgenden kurz vorgestellt. Über Ihr Profil können sie direkt kontaktiert und für Veranstaltungen eingeladen werden. Die Biografien können zusammen mit den Angeboten des Schwerpunkts „Volksaufstand am 17. Juni 1953“ für die Gestaltung von Schulstunden genutzt werden.

Dr. Peter Bohley

Jahrgang 1935, Baden-Württemberg: Erlebt den 17. Juni 1953 in Halle mit – in der Innenstadt wird ein Demonstrationszug von russischen Panzern auseinandergetrieben.

Klaus Gronau

Jahrgang 1937, Berlin: Wuchs in Berlin-Friedrichshain auf und schloss sich am 16. Juni 1953 den ersten Demonstrationen an.

Wolfgang Jähnichen

Jahrgang 1939, Brandenburg: War als Vierzehnjähriger Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 in Dresden.

Fred S. Oldenburg

Jahrgang 1937, Berlin: War Zeuge des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 und verlässt Ost-Berlin Ende der 1950er Jahre in Richtung Westen.

Joachim Rudolph

Jahrgang 1938, Berlin: Wuchs in Ost-Berlin auf und war als Vierzehnjähriger Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953.

Hans-Jürgen Sievers

Jahrgang 1943, Sachsen: War als Schüler in Brandenburg Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953.

Eberhard Wilms

Jahrgang 1940, Baden-Württemberg: Erlebte den Volksaufstand am 17. Juni 1953 in Dresden – dies war der Beginn seines politischen Bewusstseins.

Jahrgang  1939, Dahn: Als 13-Jähriger nahm Paul Grunwald am Volksaufstand am 17. Juni 1953 teil. Bei Protesten vor dem Volkspolizeikreisamt in Delitzsch wurde er angeschossen. Nach einem Krankenhausaufenthalt konnte er in die Bundesrepublik ausreisen.

Charlotte Amelie Schulze (geborene Lietzmann) erlebte den Volksaufstand am 17. Juni 1953 in Berlin. Sie erinnert sich an die Menschenmassen, an Wasserwerfer und Kontrollen.

Zeitzeugen im Interview

Im Auftrag der Bundestiftung Aufarbeitung interviewten Hans Sparschuh und Rainer Burmeister von Heimatfilm GbR Zeitzeugen zum 17. Juni 1953. Die Veröffentlichung des Films erfolgt im Frühjahr 2012.

Günter Schliepdieck war 16 Jahre alt und lebte mit seiner Familie im sowjetisch besetzten Berlin-Karlshorst (der Stadtteil war zum großen Teil militärische Sperrzone), als sich die Arbeiterproteste im Juni 1953 zum ersten Volksaufstand in der DDR ausdehnten. Schliepdieck und seine Freunde nahmen zu dieser Zeit bereits eine oppositionelle Haltung gegenüber der DDR-Regierung ein und wollten zum Beispiel nach dem Abitur in Westdeutschland zu studieren.

Das Interview wurde geführt von der Berliner Heimatfilm GbR, in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Hardy Firl war 21 Jahre alt und bei MITROPA beschäftigt, als er sich am 17. Juni 1953 den Arbeiterprotesten in Ost-Berlin anschloss. Er unterstützte die Forderungen nach "Absetzung der Regierung", "Freie(r) Wahl" und "Verringerung der Arbeitsnormen". Auch schon vor den Protesten war Firls Verhältnis zur DDR angespannt.

Das Interview wurde geführt von der Berliner Heimatfilm GbR, in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.