„Wie Feuer und Flamme“ (Film und Material)

Filmhintergrund ist eine Liebesgeschichte zwischen der 17-jährigen Nele aus West-Berlin, die in Ost-Berlin den Musiker und Punk "Captain" kennenlernt. Die Punker-Gruppe gibt ein Konzert in der Ost-Berliner Zionskirche und dreht einen Film, in dem sie offen ihre Kritik am SED-Regime äußert. "Captain" und Nele verlieben sich ineinander. Nele schmuggelt den Film in den Westen. "Captain" wird von der Staatssicherheit verhört. Die Hürden dieser Liebe werden deutlich: die Mauer und die Beobachtung durch die Staatssicherheit. Bei einer Durchsuchung der Staatssicherheit in den Proberäumen der Band wird auch Nele verhaftet und abgeschoben. Sie kann jedoch noch einmal in den Osten zurückkehren, "Captain" sieht sie im Gefängnis sitzen. Sieben Jahre später, nach dem Mauerfall, sehen sie sich wieder. Nele arbeitet in New York. Auf der Suche nach "Captain" kehrt sie nach Berlin zurück und findet ihn in der Stadt. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit.

Filmheft: Die Sequenzen des Films werden kurz beschrieben, zu einzelnen Abschnitten werden Problemstellungen ausgeführt, die für den Unterricht genutzt werden können. So können die Dramaturgie des Erinnerns, Liebe und Politik, Stasi und Punk sowie das Verhältnis von Kirche, Staat und Punks mit Hilfe der Filmsequenzen im Unterricht analysiert werden. Zudem werden Fragen zur Filmästhetik aufgeworfen. Für Unterrichtseinheiten zu den Themen "Liebe und Politik", "Wirklichkeit des DDR-Staates", "Film und Wirklichkeit", "Aufbau der Handlung und gestalterische Mittel des Films" sowie zur Wertung werden Fragestellungen für den Unterricht angeboten.

Connie Walther. BRD 2001. 94 Minuten. Herausgegeben von: Bundeszentrale für politische Bildung; Institut für Kino und Filmkultur, Köln

„Tod im Stasiknast. Warum starb Matthias Domaschk?“ (Film und Material)

Matthias Domaschk engagierte sich ab 1972 in der Jungen Gemeinde Jena. Dort bildeten die Jugendlichen Lesekreise, bei denen Dissidenten ihre Texte vortrugen. Domaschk war Teil einer unangepassten Jugendszene, die von der DDR als staatsfeindlich betrachtet, beobachtet und verfolgt wurde. Als Matthias Domaschk sich an den Protestaktionen gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns beteiligte und Unterschriftenlisten gegen die Ausbürgerung weiterleitete, wurde er das erste Mal verhaftet und von der Staatssicherheit verhört. 1977 organisierte Domaschk auch Hilfsaktionen für inhaftierte Mitglieder von Jenaer Oppositionsgruppen. 1981, nach seinem Wehrdienst bei der NVA, wurde Domaschk auf dem Weg nach Berlin verhaftet. Ihm wurden heimliche Kontakte zur Charta 77 in der CSSR vorgeworfen. Er kam in die MfS-Haftanstalt nach Gera. Den Eltern Domaschks wurde mitgeteilt, er hätte sich erhängt. Die genauen Umstände blieben ungeklärt.

In dem 30-minütigen Dokumentarfilm kommen vor allem Zeitzeugen zu Wort. Ihre Biographien wurden schriftlich aufbereitet. Eine Bibliographie, eine Chronik und eine Fotogalerie ergänzen den Film. Als Dokumente liegen Hintergrundartikel zum Fall Domaschk, Auszüge aus der Todesakte sowie aus der Verfassung und dem Strafgesetzbuch der DDR vor.

Für den Unterricht wurden für die DVD Unterrichtsmodule, Module für Projekttage und Arbeitsblätter konzipiert und auf der DVD veröffentlicht. Zur weiteren Vertiefung bietet es sich an, das Buch von Freya Klier: Matthias Domaschk und der Jenaer Widerstand. Berlin 2007 zu verwenden.

Der Dokumentarfilm wurde von Armadafilm im Auftrag des MDR-Fernsehens für die ARD produziert, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die DVD kann bei der Bundesstiftung Aufarbeitung bestellt werden (Schutzgebühr: 7,50€)

Kombat Sechzehn (Filmheft)

Eigentlich ist der 16-jährige Georg auf bestem Wege, an den hessischen Landesmeisterschaften in Taekwondo teilzunehmen. Doch sein Traum vom sportlichen Erfolg zerplatzt, als er mit seinem Vater nach Frankfurt an der Oder umziehen muss, wo dieser sich eine neue berufliche Zukunft aufbauen will. In seiner Verzweiflung gerät er in den Sog einer Gruppe rechtsextremer Jugendlicher um den smarten Thomas. Als schließlich auch noch Georgs Beziehung in die Brüche geht, wird der fehlgeleitete Kameradschaftsgeist der gewaltbereiten Clique zu Georgs letztem Halt.

Mirko Borscht erzählt in seinem Regiedebüt die Geschichte einer Selbstfindung. Ohne erhobenen Zeigefinger arbeitet er die Anziehungskraft des streng hierarchischen rechtsextremistischen Weltbilds für heranwachsende Jugendliche heraus, entlarvt diese Ideologie aber zugleich als doktrinär und menschenverachtend.

Das Filmheft der Bundeszentrale für politische Bildung können Sie hier bestellen bzw. als PDF herunterladen.

Stasi auf dem Schulhof (Buch)

Die Bespitzelung der DDR-Gesellschaft durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) machte auch vor Jugendlichen nicht Halt. Rund 10.000 Minderjährige waren 1989 Inoffizielle Mitarbeiter (IM) und sollten Mitschüler und Freunde, vermeintlich "negativ-dekadente" Jugendliche, bespitzeln.

Die Stasi auf dem Schulhof (Buch)

Beschädigte Seelen. DDR-Jugend und Staatssicherheit (Buch)

Das Ministerium für Staatssicherheit beschränkte sich bei der Anwerbung von Inoffiziellen Mitarbeitern nicht auf Erwachsene: Auch Kinder und Jugendliche waren Adressaten des MfS. Die Autoren des Buches präsentieren aus der Fülle des Materials erstmals einen weitgehenden Ausschnitt des Problems der Inbeschlagnahme von Kindern und Jugendlichen durch das MfS zur Zwecke der Aushorchung der Freunde, Mitschüler und ihrer unmittelbaren Umgebung. Über 130 Dokumente und Lehrmaterial des MfS ergänzen und illustrieren die Beiträge.

Hrsg. von Jörn Mothes, Gundula Fienbork, Rudi Pahnke et al., Rostock 1996

Depeche Mode - Fankultur in der DDR (Buch)

Kaum eine andere Band war für Jugendliche in den 1980er Jahren so identitätsstiftend wie Depeche Mode. Lange vor dem Mauerfall überwanden ihre Hits die Grenze und wurden zu Hymnen einer freiheitsliebenden Jugend in der DDR. "Behind the Wall" erzählt in vielen bislang unveröffentlichen Fotos und Dokumenten und in Gesprächen mit Fans, Konzertveranstaltern, Fanzine-Herausgebern und Fanclub-Betreibern von der subversiven Kraft der Popkultur.

Sascha Lange und Dennis Burmeister: Behind the Wall, Depeche Mode - Fankultur in der DDR, Ventil Verlag, Mainz 2018, gedruckt mit freundlicher Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Too Much future – Punk in der DDR (Buch)

Schwerpunkte sind die Punk-Szene in Ost-Berlin und in Leipzig, doch auch der Punk aus Dresden, Erfurt und Weimar, wird einbezogen. Alle Autoren des Bandes waren der Szene direkt oder indirekt verbunden. Die Texte behandeln die Anfänge der Punkbewegung, die seltsame Konstellation von Punk und Kirche in der DDR, die Repressionsgeschichte durch die Verfolgung seitens der Staatssicherheit sowie die Wirkung, welche Punk auf den Kunst-Underground bzw. Hintergrund ausübte.

www.toomuchfuture.de

Hrsg. von Michael Boehlke und Henryk Gericke, 2. Auflage 2007, Verbrecher Verlag, Berlin

Punks in der DDR und was aus ihnen geworden ist (Buch)

Im Sommer 1982 führte Gilbert Furian mit sieben Ost-Berliner Punks Interviews. Das Resultat, 20 Blatt A4, verteilte er in Ost- und West-Berlin. Ein Vergehen, das ihm schließlich eine Verurteilung zu 2 Jahren und 2 Monaten Gefängnis einbrachte. Dieses Buch dokumentiert die damaligen Gespräche, die folgenden Aktivitäten der Stasi und erneute Gespräche mit den Punks von damals - 18 Jahre später.

Gilbert Furian, Nikolaus Becker: Auch im Osten trägt mach Westen. Punks in der DDR und was aus ihnen geworden ist, Archiv der Jugendkulturen, Berlin 2000.

Wir wollen immer artig sein – Punk, New Wave, HipHop und Independent-Szene in der DDR 1980-1990 (Buch)

Es geht in den Beiträgen um das Lebensgefühl der Punk-Akivisten der ersten Stunde. Punk war ein wirkungsvolles Mittel, um sich von staatsnaher Kunst abzugrenzen und um Aufsehen zu erregen. Der Staatssicherheit waren vor allem die offenen politischen Aussagen gegen den sozialistischen Staat ein Dorn im Auge. Es sollten mit äußerster "Härte gegen Punk" vorgegangen werden. Überwachungen, Haftstrafen und Abschiebungen in den Westen waren die Folge. Die Herausgeber, die selbst als DJ's, Musiker und Autoren im ostdeutschen Untergrund der 1980er Jahre aktiv waren, haben umfassendes Material zusammengetragen und dokumentiert.

Hrsg. v. Ronald Galenza und Heinz Havemeister. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag. 2. Auflage. Berlin 2006.

Neonazis in der DDR – Rechtsextreme Jugendliche im Arbeiter- und Bauernstaat (Buch)

Die Bachelorarbeit aus dem Jahr 2011 (Freie Universität Berlin) setzt sich mit den rechtsextrem motivierten Taten in der DDR während der Zeit der Wiedervereinigung auseinander. Nach 1989 wurde deutlich, dass es schon länger Rechtsextreme in der DDR gab und diese auch aktenkundig waren. Die Arbeit fragt danach, ob soziale und politische Kontinuitäten seit der Zeit des Nationalsozialismus dafür ursächlich waren oder äußere Einflüsse. Es wird mehrheitlich auf Primärquellen wie Autobiografien ehemaliger Häftlinge und DDR-Neonazis (z.B. Joachim Oertel und Ingo Hasselbach) zurückgegriffen.

Björn Piechotta: Neonazis in der DDR - Rechtsextreme Jugendliche im Arbeiter- und Bauernstaat. Grin Verlag Gmbh 2013.

Sonja „negativ – dekadent“. Eine rebellische Jugend in der DDR (Buch)

Rostock, Mai 1968: Wir saßen hier fest. We re not going to San Francisco, some flowers in our hair. Während in Paris, Berlin, Warschau die Straßen brannten, waren wir als "Gammler" verschrien und im Visier von Volkspolizei und MfS. Parka, Jeans, lange Haare und den Beat aus dem Kofferradio dabei, die 16-jährige Sonja und ihre Freunde halten in den Händen ein Transparent, nicht mehr als ein Stück Pappe: "Russen raus aus der CSSR!" Sie lachen. Sind lebensdurstig und leichtgläubig. Überschätzen sich, unterschätzen die Staatsmacht. Sonja wird verhaftet. Ihre Strafe: Jugendwerkhof Torgau, geschlossene Abteilung.

Silke Kettelhake: Sonja "negativ - dekadent". Eine rebellische Jugend in der DDR. Osburg Verlag GmbH, 2014.

Die Buchvorstellung mit anschließendem Gespräch mit der Autorin und der Protagonistin fand am 14. Mai 2014 in der Bundesstiftung Aufarbeitung statt und kann hier nachgehört werden.

„DJ Westradio: Meine glückliche DDR-Jugend“ (Buch)

Die DDR war für viele Jugendliche schon Anfang der 1980er Jahre Geschichte. Sie hörten nicht ihre Musik, zogen nicht ihre Klamotten an, lasen nicht ihre Zeitschriften. Was sie interessierte, kam aus dem Westen. In Form von Paketen, Intershop und Westfernsehen. Der Autor erzählt von seiner Jugend, von Ferienlagern, Pop-Konzerten und Montagsdemonstrationen

Sascha Lange: "DJ Westradio: Meine glückliche DDR-Jugend". Aufbau Verlag, 2007.

Jugend zwischen Kirche und Staat. Geschichte der kirchlichen Jugendarbeit in Jena 1970-1989 (Buch)

Am Beispiel der "Offenen Arbeit" in Jena geht der Autor der Frage nach, wie oppositionell oder gar widerständig dieses Milieu war und welche Bedeutung ihm bei der Herausbildung einer DDR-weiten Opposition zukam. Die Konfliktlinien zwischen der Institution Kirche und der parteistaatlichen Obrigkeit, das Selbstverständnis und die Motive der Akteure werden untersucht und der jugendkulturelle und soziale Protest im Entwicklungsprozess seiner Brüche und Kontinuitäten dargestellt und eingeordnet. Dabei interessieren auch die Wechselwirkungen zwischen oppositionellen Aktionen und repressiven Reaktionen.

Henning Pietzsch: Jugend zwischen Kirche und Staat. Geschichte der kirchlichen Jugendarbeit in Jena 1970-1989. Europäische Diktaturen u. ihre Überwindung, 5. Böhlau Köln 2005.

Meine freie deutsche Jugend (Buch)

Claudia Rusch berichtet sehr anschaulich von den Hindernissen, die man in der DDR zu überwinden hatte, als habe man beim Erwachsenwerden mit sich selbst nicht ohnehin schon genug zu tun. Und von der Langeweile, die die begabte Schülerin in den sozialistischen Bildungsanstalten ertragen musste. Die Leser erfahren etwas vom Alltag in der DDR, von der Jugendweihe, von der Stasi und deren Spitzeleien, von dem befreienden Gefühl gerade in dem Moment amtlich erwachsen zu werden, als der DDR-Spuk endlich ein Ende hat.

Claudia Rusch: Meine freie deutsche Jugend. Fischer Taschenbuch. 5. Auflage, 2005

Halbstarke in der DDR – Verfolgung und Kriminalisierung einer Jugendkultur (Buch)

Die Halbstarken in der DDR waren in den Augen der SED-Funktionäre das "Störfeuer des Klassenfeindes". Sie mussten erleben, wie sie zunehmend kriminalisiert und strafrechtlich verfolgt wurden. Basierend auf Zeitzeugengesprächen, Recherchen zu Halbstarken-Krawallen in der ostdeutschen Provinz und Materialien aus DDR-Archiven untersucht Wiebke Janssen erstmals das ostdeutsche Pendant zum westdeutschen Halbstarken-Phänomen und liefert so einen Beitrag zu einer integrierten deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Autorin beschreibt die Jugendpolitik der SED in den frühen Jahren der DDR sowie Sozialisation und Alltag von Jugendlichen in den fünfziger Jahren. Auf dieser Grundlage arbeitet sie subkulturelle Stilelemente der DDR-Halbstarken heraus und schildert die Überwachung und Kontrolle jugendlicher Freizeitgruppen.

Wiebke Janssen: Halbstarke in der DDR - Verfolgung und Kriminalisierung einer Jugendkultur. Christoph Links Verlag, Berlin 2010.

Weggesperrt (Buch)

Flucht aus dem Erziehungsheim DDR 1988: Anjas Mutter stellt einen Ausreiseantrag aus der DDR und wird von der Stasi verhaftet. Die 14-jährige kommt in einen Jugendwerkhof, eine Einrichtung der Jugendhilfe. Geschockt von der Willkür der Erzieher, der Gewalt und dem Drill, will Anja bald nur noch fliehen. Tatsächlich gelingt ihr die Flucht, aber nur für kurze Zeit. Anja fragt sich immer wieder, was sie eigentlich verbrochen hat. Als sie eines Tages ausrastet, bringt man sie nach Torgau, in eine geschlossene Einrichtung. Dort lernt sie Tom kennen, der wie sie nicht aufgeben will.

Grit Poppe: Weggesperrt. Verlag Dressler, 2009.

Abgehauen (Buch)

1989 in der DDR, Geschlossener Jugendwerkhof Torgau: Die rebellische Gonzo soll hier, wie schon ihre Freundin Anja, Heldin von "Weggesperrt", zu einer "sozialistischen Persönlichkeit" umerzogen werden. Hilflos ist sie den Methoden der Erzieher ausgeliefert und zerbricht fast an dieser Erfahrung. Als sie in ihren alten Jugendwerkhof zurückgebracht werden soll, gelingt ihr die Flucht. In einer Kleingartenanlage trifft sie René, der in den Westen abhauen will. Gemeinsam schaffen sie es über die grüne Grenze bis in die Prager Botschaft. Die Geschichte basiert auf Zeitzeugen-Interviews sowie historischen Tatsachen.

Grit Poppe: Abgehauen. Verlag Dressler, 2012.

Macht aus dem Staat Gurkensalat: Eine andere Jugend. Weimar 1979-1989 (Buch)

"Wehr Dich", "Schlag zurück" und "Macht aus dem Staat Gurkensalat" forderten die Graffiti, die im Vorfeld des Nationalfeiertags der DDR im Oktober 1983 an den verfallenden Fassaden der Klassikerstadt Weimar auftauchten. Vier der an der Aktion beteiligten Sprayer erzählen nun ihre Geschichte und entwerfen zugleich ein lebendiges Panorama des letzten Jahrzehnts der DDR. Inhaltliche Parallelen zu literarischen Verarbeitungen des Coming of Age, die den Zeitraum der 1980er Jahre aus der Sicht der westdeutschen Provinz beschreiben, sind alles andere als zufällig. Schräge Partys und schrille Punk-Konzerte, chaotische Wohngemeinschaften, subkulturelle Kunst-Happenings, die Tristesse des Alltags - das alles gab es imWesten wie im Osten. Unter den Vorzeichen des sozialistischen Regimes gewann ein solches Leben jedoch eine sehr eigene Qualitaät. In fünfzig inhaltlich korrespondieren- den Kurzgeschichten erzählen die Autoren von jugendlichem Aufbegehren, von den Skurrilitäten des Erwachsenwerdens, von früher existenzieller Erfahrung, vom Willen zur Individualität, von Gehen und Bleiben.

Rüdiger Haufe, Ulrich Jadke, Holm Kirsten et al.: Macht aus dem Staat Gurkensalat: Eine andere Jugend. Weimar 1979-1989. wjs Verlag, 2011.

Der weiße Strich: Vorgeschichte und Folgen einer Kunstaktion an der Berliner Mauer (Buch)

Eine Kunstaktion, die im Gefängnis endet. Mehrere Jugendliche, die 1980 in Weimar aufbegehren, werden inhaftiert und schließlich nach West-Berlin abgeschoben. Dort stören sie sich an dem Umgang mit der Mauer, die nur noch als dekorativer Raumteiler betrachtet wird, deren brutale Funktion als Grenze aber kaum noch jemand wahrnimmt. Im November 1986 ziehen sie demonstrativ einen weißen Strich an die Grenzmauer. Am zweiten Tag dieser Aktion von Kunst und Protest überraschen DDR-Grenzer zwei der Protagonisten. Da auch die Westseite der Mauer zum DDR-Territorium gehört, zerren sie einen der Akteure in den Osten hinüber. Er landet im Stasi-Gefängnis in Bautzen. Zeitzeugeninterviews, informative Essays und bisher unveröffentlichte Fotos geben Einblick in die Hintergründe dieser Aktion und das besondere Milieu der Subkultur der achtziger Jahre in Ost und West.

Anne Hahn, Frank Willmann: Der weiße Strich: Vorgeschichte und Folgen einer Kunstaktion an der Berliner Mauer. Veröffentlichung der Stiftung Berliner Mauer. Christoph Links Verlag, Berlin 2011.

Leck mich am Leben: Punk im Osten (Buch)

Das Buch vereint Geschichten zum Punk zwischen Suhl und Sassnitz, erzählt über das Wieso und Warum. Außerdem: Welche Bands waren in? Mein erstes Punkkonzert, meine erste Lederhose, mein erster Button. Punk und Wehrdienst. Punk im Spiegel des MfS, Punk und Mode und vieles mehr. Vor allem aber auch: Wie ging es nach 1989 mit dem Punk im Osten weiter?

Frank Willmann (Hrsg.): Leck mich am Leben: Punk im Osten. Verlag Neues Leben, 2012.

Jungsein in der DDR (Buch)

Die Jugend in der DDR gab es nicht. Es gab viele unterschiedliche Erfahrungen von Jungsein. Junge Menschen werden in eine Gesellschaft hineingeboren, die sie selbst nicht gestaltet haben und müssen dann ihren Weg gehen. So war das auch in der DDR. Dabei fanden Jugendliche ganz unterschiedliche Antworten auf die Herausforderungen des Lebens. Die SED wollte sie mit ihrer Politik für die Sache des Sozialismus gewinnen. Wie die Jugendlichen darauf reagierten, das stellt das Besondere des Jungseins in der DDR dar und wird in dieser Broschüre vorgestellt.

Peter Wurschi: Jungsein in der DDR. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und Bundesstiftung Aufarbeitung, 2014. ISBN 978-3-943588-23-1.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.