Der dunkle Ort. 25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck (Buch)

Eine Burg mit hohen Mauern, Stacheldraht und Elektrozäunen – das war das berüchtigte Frauengefängnis der DDR, die Strafvollzugsanstalt Hoheneck. Hier saßen nicht nur Kriminelle, sondern auch Regimegegnerinnen und Republikflüchtige. Die Gefangenen litten unter Kälte, minderwertigem Essen und dem brutalen Wachpersonal. In drei Schichten wurde Tag und Nacht in den Gefängnisbetrieben gearbeitet. 1961 kamen immer mehr Republikflüchtlinge. In den 1970er Jahren saßen zeitweise über 1.600 Frauen in dem hoffnungslos überbelegten Zuchthaus. Die Opfer des SED-Regimes werden öffentlich kaum wahrgenommen. Doch Leidtragende einer Diktatur dürfen nicht vergessen werden. In dem Buch erzählen 25 Frauen, die zwischen 1949 und 1989 als politische Gefangene inhaftiert waren, von ihren Erlebnissen in Hoheneck.

Dirk von Nayhauß, Maggie Riepl: Der dunkle Ort. 25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck, Berlin: be.bra 2012, 142 S., € 19,95 ISBN: 9783937233994.

Diener zweier Herren. Strafvollzugspersonal zwischen Diensterfüllung und Konspiration im Frauengefängnis Hoheneck (Buchbeitrag: Sebastian Lindner)

Sebastian Lindner richtet in seinem Aufsatz den Blick auf das Strafvollzugspersonal im Frauengefängnis Hoheneck. Er analysiert die Widersprüchlichkeit zwischen Diensterfüllung und Konspiration.

Der Beitrag ist erschienen in einem Sammelband der Stipendiatinnnen und Stipendiaten der Bundesstiftung Aufarbeitung. 

Metropol-Verlag Berlin, ISBN: 978-3-86331-074-5, 19 €

Prolog von  Marcus Böick, Anja Hertel und Franziska Kuschel

Sebastian Lindner: „Diener zweier Herren. Strafvollzugspersonal zwischen Diensterfüllung und Konspiration im Frauengefängnis Hoheneck“, in: Aus einem Land vor unserer Zeit. Eine Lesereise durch die DDR-Geschichte, Herausgegeben von den Stipendiaten der Bundesstiftung Aufarbeitung Marcus Böick, Anja Hertel und Franziska Kuschel, 2012, S. 37-45.

Hoheneck - Das DDR-Frauenzuchthaus (Buch)

Der Ort ist bis heute Synonym für die Verfolgung politisch unliebsamer Frauen in der DDR. Kein Wort vermag eine so tiefe Betroffenheit auszulösen wie der Anblick eines authentischen Ortes. Die Berliner Fotografin Rengha Rodewill folgt seit Jahren den Spuren politischer Häftlinge in der ehemaligen DDR, die wie auch in Hoheneck nach ihren Verhaftungen zu Nummern gemacht wurden. Rengha Rodewill möchte als Künstlerin und Fotografin mit dieser Fotodokumentation und den Erlebnisberichten
ehemaliger inhaftierter Frauen aus dem Gefängnis in Hoheneck, darunter Konstanze Helber, zur Erinnerungskultur über diesen berüchtigten Ort beitragen, der wie kein anderer für die Willkür und das Misstrauen der DDR stand. Herausgekommen sind über 200 eindringliche Fotografien, die spürbar nah diesen Ort erkunden, der für Tausende Frauen in der DDR den Ausschluss vom Leben bedeutete.

Rengha Rodewill: Hoheneck - Das DDR-Frauenzuchthaus. Dokumentarische Erkundung in Fotos mit Zeitzeugenberichten und einem Vorwort von Katrin Göring-Eckardt, Vergangenheitsverlag, Berlin 2014

Eingesperrt um frei zu sein. Das geheime Frauengefändnis der DDR (Videobeitrag Spiegel TV)

Das Areal des DDR-Frauengefängnisses Hoheneck im Erzgebirge war auf keiner Landkarte verzeichnet. In den Zellen verbüßten kriminelle Straftäterinnen, aber auch politische Gefangene langjährige Strafen. In einer Dokumentation zeichnet SPIEGEL TV Schicksale dort inhaftierter Frauen nach. Zu Wort kommen neben anderen Eva-Maria Neumann und Angelika Kanitz.

Es ist nicht vorbei (Spielfim)

Die schlimmste Zeit ihres Leben hat Carola Weber tief in sich vergraben: Ihre Haftzeit nach der gescheiterten Flucht aus der DDR. Bis sie glaubt, einem ihrer Peiniger aus dem Frauengefängnis Hoheneck gegenüberzustehen ...

Es ist nicht vorbei, Spielfilm-Produktion: ARD SWR/Gordon Muehle  mit Anja Kling in der Hauptrolle.

Hier gehts zum Trailer!

Stell dich mit den Schergen gut. Meine Wiederbegegnung mit dem Zuchthaus Hoheneck (Buch)

Ihr „Verbrechen” war, dass sie in den Westen wollte, dass sie Bespitzelung, Verrat, die Unmöglichkeit, Kritik frei zu äußern, nicht mehr ertrug. Nach der Entdeckung ihres Fluchtvorhabens 1972 wurde Ellen Thiemann verhaftet. Aus Liebe zu ihrem Sohn, der an der Grenze gefasst worden war, nahm sie die Schuld allein auf sich, damit der Sohn beim Vater, nicht im Heim, aufwachsen konnte. Damit begann ein Leidensweg, der die Autorin ins berüchtigte Frauengefängnis Hoheneck führte.

Fünfzehn Jahre nach der Entlassung hatte die Journalistin den Mut, den Ort, mit dem sie die schwerste Erinnerung ihres Lebens verbindet, noch einmal zu besuchen. Der authentische Bericht von Ellen Thiemanns Haftzeit ist ein erschütterndes Zeitdokument.

Thiemann, Ellen: Stell dich mit den Schergen gut, Meine Wiederbegegnung mit dem Zuchthaus Hoheneck, Herbig Verlag, München 1990.

Politisch inhaftiert auf Burg Hoheneck. Eine wahre Geschichte (Buch)

Nach einem vereitelten Fluchtversuch im Jahre 1982 folgen für Petra Koch Tage des psychischen und physischen Terrors sowie seelischer Verzweiflung. Doch als sie von der Stasi in die Mangel genommen wird, weicht die Verzweiflung einer enormen Wut. Petra Kochs Lebensgeschichte liegt hiermit erstmals vor.

Koch, Petra: Politisch inhaftiert auf Burg Hoheneck. Eine wahre Geschichte, Frieling Verlag Berlin, 2001.

Die bröckelnde Festung (Buch)

Von der zwangsweisen Exmatrikulation aus politischen Gründen bis zum Prozess wegen Staatsverleumdung und ins Gefängnis waren es nur noch kleine Schritte – aus der Sicht des Staates. Mit Leidenschaft erforscht Gabriele Stötzer das Jahr im Knast: ihr eigenes und das Knastleben, die Gefängniswelt, die Welt draußen und die ihrer Mitgefangenen. Auch den Staat, dessen getreues Abbild im Kleinen sie hier findet, und den sie dennoch nicht verlassen will. Sie sieht die Veränderungen an sich selbst, innerlich und äußerlich, die Wirkungen von Arbeit und Entbehrung und die Macht der Phantasie. Es wird ein Jahr der Entdeckungen und der Erkenntnisse, der Wandlungen und des Wachsens.


Stötzer-Kachold, Gabriele: Die bröckelnde Festung. Ein Jahr Gefängnis wie ein ganzes Leben, Kirchheimverlag 2002.

Mord, Totschlag und die Folgen (Buch)

Unter dem Pseudonym R. Reim schildert die Autorin an Hand von Kurzgeschichten erschütternde, authentische Erlebnisse von sich selbst und von Mithäftlingen aus der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Hoheneck.

Reim, Rebecca: Mord, Totschlag und die Folgen, Marienberg Verlagsgesellschaft 2002.

Die Frauen von Hoheneck. Protokoll einer Anhörung (Buch)

40 Jahre brachte die DDR im Frauenzuchthaus Hoheneck politische Häftlinge unter: Frauen und junge Mädchen, die von sowjetischen Militärtribunalen und DDR-Gerichten zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Der Herausgeber vermittelt Einblick in einen viel zu wenig bekannten Abschnitt der politischen Verfolgung in der ehemaligen DDR.

Gerhard Finn (Hrsg.): Die Frauen von Hoheneck. Protokoll einer Anhörung, Westkreuz-Verlag 1994.

Nach oben

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.