Sachsen

Nur ein kurzes Stück verlief die ehemalige innerdeutsche Grenze zwischen Sachsen und Bayern. Trotzdem finden sich in Sachsen zahlreiche Gedenkstätten und Museen, die vor allem an die SED-Diktatur und die Zeit der friedlichen Revolution erinnern.

Nikolaikirche Leipzig

Gegen das Vergessen

St. Nikolai ist das größte und älteste Gotteshaus der Stadt Leipzig. Über Leipzig hinaus bekannt wurde die Kirche durch die montäglichen Friedensgebete mit anschließenden Demonstrationen im Herbst 1989, die ganz wesentlich zur friedlichen Revolution beitrugen. Die zentralen Schauplätze der Ereignisse 1989 waren die Nikolaikirche und der Nikolaikirchhof (Platz vor der Kirche). Am Eingang der Kirche erinnern die Originalschilder - "offen für alle" - und eine Gedenktafel mit der Inschrift: "In dieser Kirche beteten die Helden unserer Tage. Sie streuten damit eine Saat, die im Oktober 1989 überall im Land aufging" an die friedliche Revolution 1989.

Ev.-Luth. Pfarramt St. Nikolai - St. Johannis
Nikolaikirchhof 3
04109 Leipzig
Tel.: 0341-12 45 38 0
Fax: 0341-12 45 38 29
E-Mail: pfarramt(at)nikolaikirche-leipzig.de

www.nikolaikirche-leipzig.de

Gedenkstätte Bautzen

Gedenkstätte Bautzen

Bautzen ist für viele Deutsche das Synonym politischer Verfolgung, Willkürjustiz und unmenschlicher Haftbedingungen. Seine traurige Berühmtheit verdankt Bautzen den zwei Gefängnissen in der Stadt: Bautzen I, dem "Gelben Elend", und Bautzen II, dem "Stasi-Knast". Heute wird in der Gedenkstätte Bautzen am historischen Ort an die Häftlinge und ihr Leid erinnert. Ausstellungen, Filme und Veranstaltungen dokumentieren die Geschichte der beiden Bautzener Gefängnisse. Führungen durch das Stasi-Gefängnis, wechselnde Sonder- und Wanderausstellungen sowie Lesungen, Konzerte und Fachvorträge ergänzen das Angebot. Schulklassen können im Rahmen des Unterrichts Projekttage zu verschiedenen Themenschwerpunkten durchführen. Sowohl die Präsenzbibliothek, als auch das Dokumenten- und Fotoarchiv können von Interessierten auf Nachfrage für Recherchen genutzt werden.

Gedenkstätte Bautzen
Weigangstr. 8a
02625 Bautzen
Tel.: 03591-4 04 74
Fax: 03591-4 04 75
E-Mail: info.bautzen(at)stsg.smwk.sachsen.de

www.gedenkstaette-bautzen.de

Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau

Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau war die einzige geschlossene und wie ein Gefängnis geführte Disziplinierungseinrichtung des DDR-Volksbildungsministeriums. Im Jahre 1998 wurde an diesem historischen Ort eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte (EBS) eingerichtet. Die Dauerausstellung „Ich bin als Mensch geboren und will als Mensch hier raus!“ dokumentiert die Geschichte und Struktur dieser Einrichtung und erinnert an die über 4.000 jugendlichen Opfer. Neben Führungen und Zeitzeugengesprächen, Spiel- und Dokumentarfilmen bietet die Gedenkstätte seit 2006 das „Mobile Bildungsprojekt – Historisches Lernen als Dimension politischer Bildung“ an, ein in Sachsen einmaliges Modellprojekt für Bildungseinrichtungen, die nicht die Möglichkeit haben, nach Torgau zu reisen. 

Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof
Fischerdörfchen 15
04860 Torgau
Tel: 03421-71 42 03
Fax: 03421-77 66 41
E-Mail: info(at)jugendwerkhof-torgau.de

www.jugendwerkhof-torgau.de

BStU Informations- und Dokumentationszentrum Dresden

BStU Dresden

Im Dezember 1991 verabschiedete der Deutsche Bundestag das Stasi-Unterlagengesetz (StUG). Es bildet die rechtliche Grundlage für die Arbeit der Bundesbeauftragten mit einer Zentralstelle in Berlin und 14 Außenstellen in den ehemaligen Bezirksstädten der DDR. Die ständige Ausstellung im Informations- und Dokumentationszentrum "Wer ist wer?" widmet sich insbesondere den Aktivitäten des Staatssicherheitsdienstes im damaligen Bezirk Dresden. Neben Dokumenten und Fotos werden auch Abhörgeräte, Spionagekameras und konservierte Geruchsproben von Stasi-Opfern gezeigt. Besucher können sich zudem Schulungsfilme des MfS sowie Videodokumentationen ansehen, unter anderem über die Ereignisse im Herbst 1989. Geöffnet montags bis freitags, samstags nach Vereinbarung.

BStU Informations- und Dokumentationszentrum Dresden
Riesaer Str.7
01129 Dresden
Tel.: 0351-25 08 0
Fax: 0351-25 08 34 19
E-Mail: astdresden(at)bstu.bund.de

www.bstu.bund.de

Museum in der Runden Ecke, Leipzig

Am 31. August 1990 eröffnete das Bürgerkomitee Leipzig im Gebäude der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit in original erhaltenen Räumen die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Die ständige Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ informiert über Geschichte, Struktur und Arbeitsweise des MfS. Neben der Dauerausstellung werden Wechselausstellungen, Lesungen, thematische Stadtführungen und Diskussionsabende angeboten. Ebenso existieren eine Fotosammlung, ein Videoarchiv und eine Zeitungsausschnittssammlung zur Endphase der DDR und des MfS sowie zur Aufarbeitung.

Standort:
Dittrichring 24
04109 Leipzig

Kontakt:
Museum in der Runden Ecke
Postfach 100345
04003 Leipzig
Tel.: 0341-9 61 24 43
Fax: 0341-9 61 24 99
E-Mail: mail(at)runde-ecke-leipzig.de

www.runde-ecke-leipzig.de

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Im Mittelpunkt der Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums steht die friedliche Revolution in der DDR, deren Ausgangspunkt Leipzig war. Hauptanliegen ist die Würdigung der Zivilcourage der Bevölkerung unter den Bedingungen der Diktatur und die Veranschaulichung politischer, wirtschaftlicher, kultureller und alltagsgeschichtlicher Aspekte. Neben der Dauerausstellung werden Wechselausstellungen gezeigt. Im Informationszentrum mit Bibliothek und Mediathek können die Besucher weiterführende Informationen entsprechend ihren individuellen Interessen erhalten. Zudem stehen Seminar- und Veranstaltungsräume zur Verfügung.
Die "Spurensuche" lädt junge Besucher an sieben Stationen dazu ein, originale Gegenstände, historische Fotografien und Quellenmaterial zu erkunden. Auf der Internetseite gibt es Schüler- und Lehrermaterial, außerdem werden Lehrerfortbildungen angeboten

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig
Tel.: 0341-22 20-0
Fax: 0341-22 20-5 00
E-Mail: zfl(at)hdg.de

www.hdg.de

"Weg der friedlichen Revolution", Werdau

Der „Weg der friedlichen Revolution“ erinnert in und um Werdau an Orte, die für Widerstand und Opposition in der DDR und insbesondere zwischen Januar 1989 und März 1990 von Bedeutung sind. Auf Initiative des Martin-Luther-King-Zentrums wurden insgesamt 15 Orte markiert, die deutlich machen, dass sich die friedliche Revolution in der DDR nicht nur in Großstädten abgespielt hat. Als einheitliches Symbol wurde "Schwerter zu Pflugscharen" mit einer Deutschlandfahne als Piktogramm auf den Einzelschildern verwendet. Dazu kommen Kurztexte zum Hintergrund des jeweiligen Ortes. Der Weg bietet sich als Radtour an und kann durch das Martin-Luther-King-Zentrum beispielsweise für Schulklassen an Projekttagen genutzt werden.

Martin-Luther-King-Zentrum
Stadtgutstr. 23
08412 Werdau
Tel.: 03761-76 02 84
Fax: 03761-76 03 04
E-Mail: info(at)martin-luther-king-zentrum.de

www.king-zentrum.de

Standorte: St.-Jacobi-Kirche Königswalde; Reichsbahnstellwerk „Bogendreieck“; Marktplatz Werdau; Stadthalle Werdau; Marienkirche; St.-Bonifatius-Kirche; Gemeindeschwesternstation Königswalde; Ebenezer-Kirche; Kempe-Villa; Frühere MfS-Kreisdienststelle; Lutherhaus; Central-Theater; Gneisenaustraße 7; St.-Annen-Kirche; Volkspolizeikreisamt

Museum im Stasi-Bunker, Machern

Der Bunker in Machern ist die einzige fast vollständig erhaltene Ausweichführungsstelle der Staatssicherheit auf Bezirksebene. Die Ausweichführungsstelle war ein heimlich geschaffener Komplex, durch den sich die Führungsriege des MfS ihren Machtanspruch im Fall eines Ausnahmezustands zu erhalten gedachte. Zu besichtigen sind das 5,2 Hektar große, denkmalgeschützte Gesamtgelände mit allen erhaltenen Bauten und Anlagen, sowie das gesamte umfassende Bunkerinnere. Im Rahmen der Führungen wird unter anderem vermittelt, wie die Versorgungssysteme funktionierten, wie DDR-weit Nachrichtenkontakte zustande gekommen wären und welche Überlebensstrategien sich die Staatssicherheit für einen Atomschlag entwickelt hatte. Ein Fachmuseum des Bürgerkomitees Leipzig e.V. , welches an jedem letzten Wochenende im Monat geöffnet ist, gibt Einblick in die Mobilmachungsplanung im Bezirk Leipzig und die Einbindung der Ausweichführungsstelle.

Museum im Stasi-Bunker
Lübschützer Teiche, Flurstück 439
04827 Machern
Tel.: 0341-961 24 43
Fax: 0341-961 24 99
E-Mail: mail(at)runde-ecke-leipziig.de

www.runde-ecke-leipzig.de

DDR Museum Zeitreise, Dresden/Radebeul

Das aus privaten Initiativen und Unterstützung von Firmen finanzierte Projekt zeigt auf 3.500 qm und mit wechselnden Sonderausstellungen alles von ATA bis MZ des DDR-Alltags. Die Mobilität, deren Beschaffung und Probleme werden ebenso erlebbar, wie die Arbeitswelt oder der Einblick in die vier Wände des gelernten Ostdeutschen. Sowohl die notwendige Improvisationskunst als auch die Plan-, Not- und Mangelwirtschaft in der DDR werden beleuchtet. Dabei will die Ausstellung Geschichte weder verbiegen noch gerade rücken, sondern Erinnerungen wecken und Denkanstöße geben, damit die Betrachter mit sich und untereinander über einen Lebensabschnitt ins Gespräch kommen. Neben begleitenden Arbeitsblättern werden u.a eine Oldtimer-Bustour und eine geführte „Zeitreise durch die Stadt“ angeboten.

DDR Museum Zeitreise
Wasaparkausstellungsgesellschaft mbH
Wasastrasse 50
01445 Radebeul
Tel.: 0351-835 17 80
E-Mail: mail(at)ddr-museum-dresden.de

www.ddr-museum-dresden.de

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Samstag, 25 März 2017 - Heute vor 68 Jahren

25.3.1949 Rund 90.000 Einwohner der baltischen Staaten werden bis zum 28. März in einer groß angelegten Aktion von Sowjets nach Sibirien deportiert.