Bild:  Uwe Kaspereit

Uwe Kaspereit, Schleswig-Holstein (Henstedt-Ulzburg)

"Kämpft für den Frieden! Kämpft gegen Aufrüstung! Kämpft für die Einhaltung der Menschenrechte!"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft

Biografisches

1958 in Bützow geboren
1964 Einschulung
1974 Berufsausbildung zum Kfz-Elektromechaniker
1977 erster Ausreiseantrag
1978-1980 drei Verhaftungen und Verurteilungen
1981 Freikauf aus politischer Haft durch die Bundesrepublik
Heute dreifacher Familienvater und mit einem Eisen- und Haushaltswarenladen in Hamburg selbständig

Kurzbeschreibung

Uwe Kaspereit, geboren in Mecklenburg, entschied für sich, nicht mehr in der DDR leben zu wollen und beantragte zu diesem Zweck am 1. September 1977 das erste Mal seine Ausreise. Die Unfreiheit, der bestehende Anpassungsdruck und die ideologische Gleichschaltung in der DDR-Diktatur waren die Gründe für ihn, dieses Land zu verlassen. Die Ablehnung seines Antrages durch die zuständigen Behörden veranlasste Uwe Kaspereit dazu, am 1. Mai 1978 Flugblätter zu verteilen, um auf die Missstände des Systems und auf seine eigene Situation aufmerksam zu machen. Die Folge war seine 1. Verhaftung durch das MfS und die Verurteilung zu neun Monaten Haft als sogenanntes „feindlich negatives Element“. Gleichzeitig werden ihm staatliche Kontrollmaßnahmen auferlegt, denen er sich nach Haftende unterzuordnen hatte. Dazu gehörten neben der wöchentlich polizeilichen Meldepflicht der Entzug des Personalausweises, diverse Aufenthaltsbeschränkungen, Umgangsverbote mit Jugendlichen und Arbeitsplatzbindung. Er verstieß mehrfach gegen diese diskriminierenden Auflagen und wurde deshalb noch zweimal zu insgesamt 16 Monaten Freiheitsentzug verurteilt. 1981 wurde Kaspereit durch die Bundesrepublik freigekauft. Heute lebt der dreifache Familienvater in Schleswig-Holstein und betreibt in Hamburg einen Eisen- und Haushaltswarenladen.

Bericht

"Kampf um die Freiheit" - Julia Heidebruch von der Schülerzeitung ClaRo (Lindenschule Lübtheen) sprach mit Uwe Kaspereit über seine Erfahrungen. SVZ.de, 29.03.2015

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Dienstag, 14 August 2018 - Heute vor 50 Jahren

14.8.1968 Der sowjetische Botschafter Chervonenko übergibt Dubcek eine Erklärung des ZK der KPdSU, in der die Unzufriedenheit über die Nicht-Erfüllung der Übereinkünfte von Cierna und Bratislava erklärt wird.