Bild: Dr. Udo Grashoff

Dr. Udo Grashoff, Sachsen (Leipzig)

"Ich habe 1989/90 die irrwitzige, euphorisierende aber auch furchterregende Kraft der Freiheit erlebt."

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Kunst, Kultur und Literatur, historische Aufarbeitung

Biografisches

1966 in Halle/Saale geboren
1986-1992
Biochemie-Studium in Halle, Abschluss Diplom
1993-1999
Studium der Geschichte, Germanistik und Komparatistik in Leipzig, Abschluss Magister
1999-2006
Promotion
2008
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Zeitgeschichte der Universität Leipzig
Vorstandsvorsitzender vom Zeit-Geschichte(n) – Verein für erlebte Geschichte e.V. in Halle/Saale

Eigenständige Publikationen (u.a.)


Grashoff, Udo: Wir wollen freie Menschen sein. Der DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953, hrsg. v. der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Bundesstiftung Aufarbeitung, 2013.
Grashoff, Udo: Schwarzwohnen. Die Unterwanderung der staatlichen Wohnraumlenkung in der DDR. Göttingen: V&R Unipress, 2011.
Grashoff, Udo: Die Hallesche Störung. Halle: Hasenverlag, 2008.
Grashoff, Udo: In einem Anfall von Depression... Selbsttötungen in der DDR. Berlin: Ch. Links, 2006.
Grashoff, Udo: Ich möchte jetzt schließen. Briefe vor dem Freitod. Leipzig: Reclam Leipzig, 2004.
Grashoff, Udo: Ein Stück Schnee verteidigen. Gedichte. Halle: Stekovics, 2001.
Grashoff, Udo: Erhöhter Vorkommnisanfall. Aktionen nach der Biermann-Ausbürgerung im Bezirk Halle. Halle: Verein für Zeit-Geschichte(n), 2001.

Kurzbeschreibung

Udo Grashoff studierte zunächst Biochemie in Halle, gründete eine studentische Öko-Gruppe und gehörte 1989 zu den Mitbegründern des Studentenrates der Martin-Luther-Universität. Er sang und textete in der Band „Die (Z)erbrochenen Igel“. 1992 schloss er sein Diplom ab. 1993 nahm er ein Studium der Geschichte, Germanistik und Komparatistik in Leipzig auf. 2006 promovierte er über Selbsttötungen in der DDR. Während der Promotion arbeitete er als Journalist und war Stipendiat der Bundesstiftung Aufarbeitung. Er bereitete Ausstellungen über den 17. Juni 1953 vor und publizierte zu Themen der Regional- und Zeitgeschichte. Das thematische Spektrum reicht von der Ausbürgerung Wolf Biermanns über „Schwarzwohnen“ in der DDR bis hin zu lyrischen Texten. Die Forschungen zum Thema Selbsttötung erreichten internationale Resonanz. Mehrfach publizierte er zur Friedlichen Revolution, kuratierte die Wanderausstellung „Der Demokratische Aufbruch 1989/90“ und war Autor von Radiofeatures für MDR Figaro und RBB. Heute befasst er sich als wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Zeitgeschichte der Universität Leipzig und als Vorstandsvorsitzender vom Verein „Zeit-Geschichte(n)“ mit dem Thema DDR.

Berichte

-
"Man springt nicht von einer Ideologie zur nächsten" - Interview mit Dr. Udo Grashoff, von Alisa Trojanski und Lisa Seitz, in: Die Spiesser-Schreibwerkstatt zum 17. Juni 1953.

 

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Montag, 24 Juli 2017 - Heute vor 58 Jahren

24.7.1959 Vor laufenden Fernsehkameras diskutieren der sowjetische Ministerpräsident Chruschtschow und US-Vizepräsident Nixon in der »Küchendebatte« in Moskau über Vor- und Nachteile des Kommunismus und des Kapitalismus.