Bild:  Lothar Tautz

Lothar Tautz, Brandenburg (Erkner)

"Dass die Herbstrevolution erfolgreich ausging, war dem mutigen Einsatz einer erstarkten Opposition geschuldet, die nicht mehr bereit war, sich mit einem Tapetenwechsel im ZK der SED zufrieden zu geben."

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Kirche, Runder Tisch, Deutsche Einheit, historische Aufarbeitung

Biografisches

1950 in Erfurt geboren
1966-1969 Ausbildung als Maschinenbauer mit Abitur
1973-1980 Theologie- und Pädagogikstudium in Naumburg und Ost-Berlin
1976 Gründung der Naumburger Menschenrechtsgruppe „Freiheit und Sozialismus“
1980er Aktivitäten in diversen Friedensgruppen
1984-1990 Pfarrer in Weißenfels
1990 Personalleiter im Außenministerium der DDR,
Personalchef im DDR-Ministerium für Handel und Tourismus
1990-1996 im Bundesministerium für Wirtschaft
seit 2010 freiberuflich in der politischen Bildung tätig

Kurzbeschreibung

Lothar Tautz entstammt einer linientreuen Erfurter Arbeiterfamilie. Vor dem Hintergrund der Ereignisse des Prager Frühlings trat er 1968 aus der SED aus und war zunächst als Chefrequisiteur der Städtischen Bühnen Erfurt tätig. 1973 schrieb er sich für ein Theologie- und Pädagogikstudium ein, das er 1980 abschloss. Ab 1976 engagierte er sich gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann, 1983 beteiligte er sich zusammen mit Friedrich Schorlemmer an der Gründung der Gruppe „Frieden 83“ und war 1984 Initiator und Mitbegründer der „Solidarischen Kirche“ in der DDR. Er war in zahlreichen Umwelt- und Oppositionsinitiativen aktiv. Nach seinem Studium war er bis 1990 Pfarrer in der Gemeinde Weißenfels und Geschäftsführer des Evangelischen Kirchentages. Danach war er Moderator des Runden Tisches und 1990 im DDR-Außenministerium tätig, bevor er nach der Wiedervereinigung in das Bundeswirtschaftsministerium wechselte. 1991 bis 1994 arbeitete er in der Enquete-Kommission mit. Bis 2007 war Tautz Referatsleiter bei der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen-Anhalt, heute ist er im Kultusministerium Sachsen-Anhalt Leiter der „Projektgruppe Reformationsjubiläum 2017“ und Vorstandsmitglied im Verein Gegen Vergessen für Demokratie.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Montag, 24 September 2018 - Heute vor 50 Jahren

24.9.1968 DDR-Behörden zählen 429 Zuführungen durch das MfS und 578 durch die Deutsche Volkspolizei »im Zusammenhang mit feindlichen Aktionen gegen die Maßnahmen zur Sicherung der sozialistischen Verhältnisse in der CSSR«.