Bild:  Petra Morawe

Petra Morawe, Berlin (Berlin)

"1989 begann für mich das lang ersehnte Leben in Freiheit. Doch die Ängste, in die mich der SED-Staat gezwungen hatte, spüre ich heute noch."

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Volkskammer, Runder Tisch, Parteien, historische Aufarbeitung

Biografisches

1953 in Ost-Berlin geboren, drei Kinder
1976-1981 Studium der Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität und der Theaterregie am Institut für Schauspielregie
1981 Exmatrikulation aus politischen Gründen, bis 1989 de facto Berufsverbot,
bis 1990 Mitarbeit in der Oppositionsgruppe Pankower Friedenskreis
im Herbst 1989 Mitgründerin des Neuen Forum im Bezirk Pankow
1989-1990 Mitarbeit bei der Auflösung des MfS, für das Neue Forum in der Arbeitsgruppe Gleichstellung/Sozialcharta des Großen Runden Tisches
1991 Gründungsmitglied der Partei Bündnis 90
bis 1998 Mitarbeiterin des Abgeordneten des Deutschen Bundestages Gerd Poppe
2000 Beginn der Forschungsarbeit zum Thema der psychischen Folter in der Untersuchungshaft des MfS
seit 2008 Beratungstätigkeit im Bürgerbüro, einem Verein zur Aufarbeitung der Folgenschäden der DDR-Diktatur

Kurzbeschreibung

Petra Morawe ist eine in Ost-Berlin geborene DDR- Bürgerrechtlerin. Sie studierte an der Humboldt-Universität Theaterwissenschaften und später Theaterregie. 1981 wurde sie aus politischen Gründen exmatrikuliert, was bis 1989 de facto einem Berufsverbot gleichkam. Bis 1990 engagierte sie sich im Pankower Friedenskreis.  Als Mitgründerin des Neuen Forums beteiligte sie sich an der Auslösung des MfS und wirkte an der Konzeption eines zukünftigen Ministeriums für Gleichstellung sowie der Sozialcharta des Großen Runden Tisches mit. 1991 beteiligte sie sich an der Gründung des Bündnis 90, zu dessen gleich-berechtigten Sprechern sie bis 1994 gehörte. Sie war als Mitarbeiterin in der Volkskammer tätig und wechselte nach der Wiedervereinigung in den Bundestag als Mitarbeiterin von Gerd Poppe. Dort befasste sie sich vor allem mit außenpolitischen Fragen, insbesondere dem Konflikt im ehemaligen Jugoslawien. Sie ist seit 1999 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Gedenkstätte, jetzt Stiftung, Berliner Mauer. Im Bürgerbüro, einem Verein zur Aufarbeitung der Folgenschäden der SED-Diktatur, berät sie ehemals politisch Verfolgte bei Rehabilitierungsproblemen. Ihre Themenschwerpunkte sind Alltag und Leben mit Kindern in der Diktatur, Überwindung der Angst durch widerständiges Handeln sowie psychosoziale Folgen der DDR-Diktatur.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Montag, 11 Dezember 2017 - Heute vor 28 Jahren

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