Bild:  Wolfgang Templin

Wolfgang Templin, Berlin (Berlin)

"Die Opposition in den verschiedenen Ländern Osteuropas war so stark, weil sie sich gegenseitig stützte."

Thema: Volkskammer, Parteien, Runder Tisch, Bürgerrechtsbewegung, historische Aufarbeitung

Biografisches

1948 geboren in Jena
1968-1970 Studium an der Fachschule für Bibliothekswesen
in Ost-Berlin 
1970-1974 Philosophiestudium an der Humboldt-Universität 
zu Berlin
1974-1977 Promotionsstudium an der Sektion Philosophie der Humboldt Universität
1976-1977 Aufbaustudium an der Philosophischen Fakultät der Universität Warschau
1977-1983 Mitarbeiter am Zentralinstitut für Philosophie der Akademie der Wissenschaften der DDR, Ost-Berlin
1985 Mitbegründer der IFM
1989-1990 Vertreter der IFM am Zentralen Runden Tisch
1990 Mitarbeit der Volkskammerfraktion Bündnis 90/Grüne

Veröffentlichung

Christian Schubert, Wolfgang Templin: Dreizack und Roter Stern: Geschichtspolitik und historisches Gedächtnis in der Ukraine, Metropol-Verlag 2015.

Kurzbeschreibung

In den 1970ern war Wolfgang Templin zunächst SED-Mitglied. Zwischen 1971 und 1975 war er inoffiziell für das MfS tätig. Bald erkannte er den Widerspruch zwischen kommunistischen Idealen und dem Alltag in der DDR. 1975 enttarnte er sich vorsätzlich. Während seines Studiums kam er mit regimekritischen Kreisen in Berührung. Er hatte Kontakte zur polnischen Opposition im Zuge eines Studienaufenthaltes. In den 1980er Jahren engagierte er sich in verschiedenen unabhängigen Friedens- und Menschen-rechtsgruppen und war Mitbegründer der Initiative für Frieden und Menschenrechte, Mitherausgeber der Samisdatzeitschrift „grenzfall“. Nach der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration wurden Wolfgang Templin und seine Ehefrau Regina Templin wegen landesverräterischer Tätigkeit verhaftet und 1988 in die Bundesrepublik ausgewiesen. Nach dem Fall der Mauer kehrte er 1989 zurück und beteiligte sich als Sprecher der Initiative für Frieden und Menschenrechte am Zentralen Runden Tisch. Außerdem arbeitete er für die Volkskammerfraktion des Bündnis 90/Die Grüne und war Mitglied des Kuratoriums für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder. Heute arbeitet Templin als freier Publizist, engagiert sich in der politischen Erwachsenenbildung und ist seit 2008 an einem Forschungsprojekt der BSTU beteiligt.

Berichte

"Bürgerrechtlicher Wolfgang Templin hält Rede zur Demokratie" - Zur Erinnerung an die Friedliche Revolution und den Mauerfall sprach Wolfgang Templin am 9. Oktober 2015 in der Leipziger Nikolaikirche. Bericht der Heinrich Böll Stiftung, 09.09.2015

"Es gab eine Tradition zum Widerstand" - Wolfgang Templin kam in den 1970er Jahren zum ersten Mal mit Widerstandsgruppen in Polen in Berührung. Damals studierte er in der DDR Philosophie. Der Kontakt zu den Oppositionellen in Polen prägte ihn. Interview mit dem rbb, 5.5.2015

Bürgerrechtler Wolfgang Templin erhält Viadrina-Preis, Preisverleihung am 4. Mai 2015. Der rbb berichtet über das deutsch-polnische Engagement Wolfgang Templins.

"Wir haben uns über den Runden Tisch ziehen lassen" - Wolfgang Templin über  Mauerfall und Wiedervereinigung. Süddeutsche Zeitung, 8.11.2014

 

Zeitzeugeninterviews

Für das Projekt "Gedächtnis der Nation" des Vereins "Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e.V." wurde Wolfgang Templin befragt. Weitere Ausschnitte des Interviews stehen in dem Youtube-Kanal des Projekts zur Verfügung.

Das Onlineportal friedlicherevolution.de interviewte Wolfgang Templin, in einem Video sprach er über Dissidententum, Oppositionelle und Konsequenzen unangepassten Handelns, in einem weiteren Video über die Motivation und Ziele der Initiative Frieden und Menschenrechte.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Dienstag, 28 März 2017 - Heute vor 61 Jahren

28.3.1956 Das Präsidium des ZK der KPdSU beschließt, Abschriften der der auf dem XX. Parteitag gehaltenen stalinkritischen »Geheimrede« Chruschtschows an die kommunistischen Parteien in anderen Ländern herauszugeben.