Bild:  Ines Drechsler

Ines Drechsler, Berlin (Berlin)

"Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen. (George Orwell)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft

Biografisches

1963 geboren in Freiberg/Sachsen, aufgewachsen in Gotha und Erfurt
1979 keine Zulassung zur Erweiterten Oberschule, daher mittlere Reife
1979-1981 Ausbildung zur Bekleidungsfacharbeiterin
1981-1983 Tätigkeit als Hilfskrankenschwester, Abitur an der Abendschule der Volkshochschule, trotz Delegierung keine Zulassung zum Medizinstudium
Juli 1983 Fluchtversuch von Ungarn aus, Inhaftierung, anschließend Verurteilung vor dem Kreisgericht Erfurt zu 16 Monaten Freiheitsentzug, Strafvollzug in Dessau
Juni 1984 Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland
1985-1990 Jura-Studium an der Freien Universität Berlin, 1993 Zweites Staatsexamen
seit 1994 erst als Rechtsanwältin, inzwischen als Bundesbeamtin in einem Bundesministerium tätig

Kurzbeschreibung

Als Tochter von Akademikereltern, die Medizin studieren wollte und schon in der Schule ziemlich diskussionsfreudig war, wollte man mich wohl nicht so einfach Abitur machen lassen. Direkt nach dem Abitur an der Abendschule beschloss ich anlässlich einer Ungarnreise, nicht in die DDR zurückzukehren. Die Gründe für diese Entscheidung waren vielfältig: ich durfte trotz medizinischer Tätigkeit nicht studieren, ich hatte keine Lust mehr, mir ständig den Mund verbieten zu lassen und meine Neugier auf andere Länder war riesig. Leider misslang die Flucht, sodass ich nach meiner Festnahme und dem Stellen des Ausreiseantrags auf den Freikauf setzte. Dieser gelang zum Glück nach Untersuchungshaft in Erfurt und Weimar sowie Strafvollzug in Dessau mit Aufenthalt im Haftkrankenhaus Hoheneck. Ich war kurzzeitig im Notaufnahmelager Gießen und zog dann nach West-Berlin. Dort bekam ich zwar auch keinen Medizin-Studienplatz, aber ich begann ein Jura-Studium, welches mich in der DDR wegen der Systemnähe nie interessiert hatte. In Berlin lebe ich nach kleinen Unterbrechungen immer noch, habe hier auch den Mauerfall erlebt und gefeiert. Für mich bedeutete die Freiheit nach meinem Freikauf, selbst entscheiden zu können, was aus mir wird, wie ich lebe, wohin ich reise... und für das Gelingen oder auch Scheitern selbst verantwortlich zu sein. Es geht mir gut!

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.