Bild:  Heidrun Borsbach

Heidrun Borsbach, Nordrhein-Westfalen (Bonn)

"Auf ein Neues!"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Mauerbau 13. August 1961

Biografisches

1944 geboren in Bleicherode/Harz (früher Kreis Nordhausen, Bezirk Erfurt)
1950 Schulbeginn
1958 Verweigerung des Zugangs zur weiterführenden Oberschule
1960 Abschluss 10. Klasse an der Polytechnischen Oberschule, Beginn der Lehre zur Apothekenhelferin, Besuch von Verwandten in Westdeutschland
Frühjahr 1961 Reise der Eltern und der jüngeren Schwester zu Verwandten in Westdeutschland ohne anschließende Rückkehr
Sommer 1961 Flucht nach West-Berlin
1961 bis 1963 Fortsetzung und Beendigung der Lehre in Freiburg im Breisgau
1963 bis 1966 Besuch des Aufbaugymnasiums mit Internat für Mädchen in Hessen, Abitur
1966 bis 1969 Studium an der Pädagogischen Hochschule in Bonn, Erstes Staatsexamen
1970 Referendariat in Köln und in Bonn, Zweites Staatsexamen
1970 bis 2006 Lehrerin an einer Grundschule in Bonn
heute Ruhestand

Kurzbeschreibung

Heidrun Borsbach wuchs in Bleicherode/Harz auf. Großvater, Vater und Onkel waren selbstständig im Großhandel tätig. Auf Veranlassung staatlicher Stellen erhielt der Familienbetrieb in der DDR nur noch eingeschränkte Liefermengen, was deutliche wirtschaftliche Einbußen bedeutete. Mit der Begründung, dass Arbeiter- und Bauernkinder bevorzugt werden, verweigerten die Behörden Heidrun Borsbach nach der achten Klasse den Zugang zum Abitur.
Im Frühjahr 1961 nutzen die Eltern und die jüngere Schwester eine genehmigte Reise zu Verwandten, um in die Bundesrepublik Deutschland überzusiedeln. Heidrun Borsbach, die noch minderjährig war, blieb zurück und musste sich regelmäßig bei der Polizei melden.
Im Sommer 1961 gelang ihr wenige Tage vor dem Mauerbau die abenteuerliche Flucht nach West-Berlin. Aus dieser Zeit besitzt sie bis heute Dokumente und auch der Kontakt zum Großvater, zur Familie des Onkels und zu Schulfreundinnen in der DDR riss nicht ab.
In Westdeutschland beendete Heidrun Borsbach zunächst ihre Lehre als Apothekenhelferin, holte dann das Abitur nach und absolvierte ein Lehramtsstudium.
Bis zu ihrem Ruhestand arbeitete sie als Lehrerin an einer Bonner Grundschule. Sie hat zwei Kinder und sieben Enkelkinder.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

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Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

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Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

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DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

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Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

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