Bild:  Jürgen Krahn

Jürgen Krahn, Nordrhein-Westfalen (Leverkusen)

"Ossi und Wessi – ich bin Wossi und möchte Brücken bauen."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft, Staatssicherheit

Biografisches

1947 Geburt in Tangerhütte
1964 Schulabschluss 10. Klasse
1964-1966 Lehre als Schuhmacher
1970 Handwerksmeister, Arbeitstätigkeit erst in einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) und dann im „Volkseigenen Betrieb (VEB) Schuhfabrik Roter Stern“ in Burg (bei Magdeburg)
1972-1973 Stasi-Untersuchungshaft im Gefängnis Moritzplatz Magdeburg, im Haftkrankenhaus Leipzig-Meusdorf und in der Justizvollzugsanstalt Leipzig
1973 Verurteilung im Berufungsverfahren zu vier Jahren und sechs Monaten Haft
1973-1974 Inhaftierung im Zuchthaus Brandenburg-Görden
1974 Abschiebehaft im Gefängnis Karl-Marx-Stadt, Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland
1975 Übersiedelung von Ehefrau und drei Kindern in die Bundesrepublik Deutschland
bis 1988 Beobachtung durch die Stasi
1990-1997 Aufbau und Betrieb einer Freizeitanlage (Wasserski-Seilbahn) in Magdeburg
1998 Eröffnung eines Schuhmachergeschäfts in Leverkusen, das heute von Sohn und Enkel weitergeführt wird
heute Rentner

Kurzbeschreibung

Jürgen Krahn wurde 1947 in Tangerhütte geboren und wuchs in Magdeburg auf.
Nach dem Schulabschluss erlernte er den Beruf des Schuhmachers. Als er ein Lehrmeisterstudium absolvieren wollte, musste er dafür in die SED eintreten. Über den Zwang zur Parteizugehörigkeit schrieb er Kurzgeschichten, die später in die Hände der Stasi gelangten.
1972 kam es zur Verhaftung. Das erste Urteil lautete auf sechs Jahre und neun Monate Haft wegen ''mehrfacher staatsfeindlicher Hetze'' und ''Fluchtvorbereitung im schweren Fall''. Im Berufungsverfahren 1973 wurde die Strafe auf vier Jahre und sechs Monate festgesetzt. Die Haft musste Jürgen Krahn im Zuchthaus Brandenburg-Görden antreten. Seiner Familie wurde die Zwangsadoption der drei Kinder angedroht.
Im Herbst 1974 gelangte er über den Gefangenenfreikauf in die Bundesrepublik Deutschland. Ein halbes Jahr später konnte seine Frau mit den Kindern nachkommen. Der Start in Westdeutschland war für die Familie nicht einfach.
Von 1974 bis 1989 konnte Jürgen Krahn seine in der DDR lebenden Eltern und Geschwister nur an der Transitstrecke treffen.
Später brachte die Einsicht in die Stasi-Unterlagen Ernüchterung – nicht nur wegen Informanten aus dem eigenen Umfeld, sondern auch, weil die Bespitzelung von Jürgen Krahn in der Bundesrepublik Deutschland bis 1988 andauerte.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.