Bild: Dr. Jürgen Haring

Dr. Jürgen Haring, Niedersachsen (Helmstedt)

"Beschäftigung mit der Vergangenheit kann hilfreich sein für Entscheidungen, die in der Gegenwart zu treffen sind sowie im Hinblick auf die Zukunft."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Grenzerfahrungen, Mauerbau 13. August 1961, Bildung/Erziehung

Biographisches

1937 in Halle/Saale als zweites Kind von sechs Geschwistern geboren
1943-1955 Schulbesuch (Kreischa bei Dresden, Bautzen), Abitur
1955 aus politischen Gründen für ein Medizinstudium an der Universität Jena abgelehnt
1955-1956 Besuch des "Ergänzungslehrgang zum Ost-Abitur" in West-Berlin
1957-1964 Medizinstudium an der Freien Universität in West-Berlin mit Staatsexamen
1964-1970 Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie und Promotion in West-Berlin
1971-2001 Leiter der Anästhesie-Abteilung am Kreiskrankenhaus Helmstedt
Seit 2001 im "Un"-Ruhestand, verheiratet, 4 Kinder

Kurzbeschreibung

Ich erlebte am Rande Dresdens eine harmonische Kindheit, bis Luftangriffe im Februar 1945 das Zentrum der Stadt zerstörten und meine Familie ins "Sudentengebiet" flüchtete. Zwei Tage nach unserer Ankunft war am 8. Mai der Krieg beendet, aber erst sechs Wochen später war die Familie zurück in Dresden. In den ersten Nachkriegsjahren lernte ich als Schüler Kälte und Hunger elementar kennen. Ab 1946 wuchs ich in der Oberlausitz auf und verbrachte eine schöne Jugend - mit viel Musik und als Mitglied der Jungen Gemeinde. Ich trat nicht in die FDJ ein, da ich mich mit dem neuen Staat DDR nicht identifizierte. Folgerichtig wurde mein Wunsch abgelehnt, Medizin zu studieren. Ich verließ die DDR und absolvierte in West-Berlin den "Ergänzungslehrgang zum Ost-Abitur". Danach studierte ich ab 1957 an der Freien Universität  Medizin, heiratete im Oktober 1961 und  zwischen 1962 bis 1969 wurden unsere vier Kinder geboren. In West-Berlin habe ich ab dem 13. August 1961 mit der Mauer gelebt und ab 1971 in Helmstedt direkt an der innerdeutschen Grenze. Dort habe ich 1989 auch die Wiedervereinigung erlebt. Den Kontakt zu meiner Familie in der DDR konnte ich seit 1955 aufrechterhalten: durch regelmäßige Urlaube mit Frau und Kindern bei den Eltern in Bautzen, durch Treffen in Ost-Berlin, gemeinsame Urlaube in Ungarn und der Slowakei und ab 1987 durch Reisen in Westeuropa.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.