Bild:  Ute Leukert

Ute Leukert, Sachsen (Freiberg)

"Immer noch fürchte ich mein Gewissen mehr als die Welt. (Sandor Marai)"

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Deutsche Einheit, Kunst, Kultur und Literatur, Kirche

Biografisches

1954 in Eisenach geboren
1961-1971
Schulbesuch
1971-1973 Berufsausbildung zur Fachverkäuferin Textilien
1971-1975
und 1978-1982 Tätigkeit als Fachverkäuferin
1973-1975 Abitur Volkshochschule Eisenach
1975-1978
Handelshochschule Leipzig
1983-1990
Berufsausbildung und anschl. Tätigkeit als Taxator für Gebrauchtwaren
1989-1993 Berufsausbildung zur Laienpredigerin KFU Altenburg
1991-1993 Kaltmamsell
1993-2000
Magisterstudium Kunstgeschichte, Literatur, Psychologie
2000-2001
Fachfrau für Frauenprojektarbeit
2000-2002
Mitarbeiterin der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Freiberg
2006-2007
Projektarbeit Kultur und Geschichte Freiberg
Bildungsarbeit in Gewerkschaftlichen Einrichtungen, Schulen und Frauenprojekten sowie Mitarbeit an Kunst- und Literaturzeitschriften und zweijährige Tätigkeit im Fachgebiet "Gender Mainstreaming"

Gesellschaftliche Aktivitäten und Ehrenämter
- Gründerin der Gruppe "Frauen für Frieden" Leipzig
- Mitglied Synodalausschuss Bezirkssynode Leipzig und Arbeitskreis "Recht und Versöhnung"
- Frauen-AG Hans-Böckler-Stiftung
- AG Wort e.V. Freiberg und Sächsische Lyrikgesellschaft
- Forschung zum ZOV "Wespen"
- Feministische Bildungsarbeit
- Gestaltung von künstlerischen Programmen, Lesungen, Künstlerkatalogen

Ute Leukert ist Trägerin des Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Publikationen

Lyrikband "augenbaum", Passage-Verlag Leipzig 2001
Lyrikband "umblaute Zeit", Peter Segler Verlag Freiberg 2011
Freiberger Lesehefte
Poesiealbum neu-Leipzig im Gedicht

Kurzbeschreibung

Seit März 1982 sah ein Wehrdienstgesetz erstmals vor, Frauen bei einer Mobilmachung für Aufgaben in der Armee einzuberufen. Gegen dieses Gesetz und als Reaktion auf die zunehmende Militarisierung in der Gesellschaft, aber vor allem in der Erziehung, wendete sich Ute Leukert. Zusammen mit anderen Frauen gründete die 30-Jährige 1984 die Leipziger Gruppe „Frauen für den Frieden“. Die rund 15 Frauen trafen sich regelmäßig in der Jugendkapelle der Nikolaikirche. Gemeinsam bauten sie Kontakte zu anderen Gruppen auf und engagierten sich bei Friedensdekaden und kirchlichen Veranstaltungen. Sie beteiligte sich daran, mit Frauenkirchentagen und "feministischen Werkstätten" ein DDR-weites Netzwerk an aktiven Frauen zu entwickeln. Die Stasi beobachtete die Frauen und verhaftete einige von ihnen zeitweise. Gegen Ute Leukert lief bis 1989 eine „Operative Personenkontrolle“ der Staatssicherheit. Nach der Auflösung der Gruppe 1991 trat Ute Leukert dem Arbeitskreis „Recht und Versöhnung“ unter der Organisation von Pfarrer Rolf-Michael Turek bei und arbeitete die Geschichte der Frauengruppen in der DDR auf. Heute blickt sie auf mehr als 20 Jahre zurück, in denen sie politisch aktiv war: "Ich habe immer versucht, selbst zu entscheiden, wie frei ich sein will und wieviel Kraft ich dafür einsetze. Meinen Widerstand in der DDR nahm ich zum Ausgangspunkt, um in die gesamtdeutsche Gesellschaft hineinzuwachsen. Anhand der Tatsachen meines Lebens versuche ich mir folgende Fragen zu beantworten: Wer bin ich? Was wollte ich wirklich? Was konnte ich wirklich? Wo war ich mir treu, wo untreu? Wo war ich tapfer, wo war ich feige?"

Informationen

"Frauengruppen unter dem Dach der Kirche" - Ab den 1980er Jahren gelang es den Frauenoppositionsgruppen ein anderes Frauenbild und ein anderes Gesellschaftsbild zu diskutieren. Text von Dr. Eva Sänger auf www.bpb.de.

"Die Frauen für den Frieden (Ost)" - Text von Ingried Miethe in "Horch und Guck", Heft 34/2001, S. 7-10.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Donnerstag, 24 Mai 2018 - Heute vor 50 Jahren

24.5.1968 MfS-Chef Mielke auf einer Dienstkonferenz: »Es ist völlig klar, dass das sozialistische Lager niemals die CSSR allein lassen wird. Der Kampf gegen die Konterrevolution ist eine internationale proletarische Pflicht.«