Bild:  Andreas Kuhnert

Andreas Kuhnert, Brandenburg (Kloster Lehnin)

"Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen. (Antoine de Saint-Exupery)"

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Kirche, Bildung/Erziehung

Biografisches

1951 geboren in Chemnitz
1970
Berufsausbildung zum Werkzeugmacher mit Abitur im VEB "Carl Zeiss Jena"
Bis 1977 Studium der Theologie
1977-1990
Tätigkeit als Vikar/Pfarrer in Berlin und Netzen, Mitglied im "Arche-Netzwerk für Umweltschutz und Menschenrechte"
Seit 1990 Mitglied des Landtages in Brandenburg, Vorsitzender der Gemeindevertretung Kloster Lehnin

Kurzbeschreibung

Im Pfarrhaus geboren gehörte ich quasi "von Geburt an" zur Opposition. Ich wurde nicht Mitglied bei den Jungen Pionieren, bei der FDJ oder bei der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft. Auch erlebte ich nicht, wie die meisten meiner Klassenkameraden, die Jugendweihe. Als im August 1968 Truppen von Warschauer-Pakt-Staaten den "Prager Frühling" gewaltsam beendeten, kursierte in meiner Berufsschule eine Resolution. Ich war der einzige von mehr als 200 Abiturienten, der den Einmarsch in Prag und die "Niederschlagung der dortigen Konterrevolution" nicht mit seiner Unterschrift begrüßte. In der Konsequenz blieb meine Bewerbung zum Mathematikstudium an der Technischen Universität in Dresden erfolglos. Wegen "gesellschaftspolitischer Unreife" erhielt ich trotz einer 1,0 in Mathematik eine Ablehnung. Mir blieb der Weg, den viele Kinder von Pfarrern oder Oppositionellen nahmen: Ein Theologiestudium an einer kirchlichen Hochschule. Im Umbruchsjahr 1989 war ich Mitglied bei Demokratie jetzt und beim Neuen Forum. Ein Jahr später wurde ich in den Kreistag und in den Landtag gewählt. Trotz ausreichend Wählerunterstützung bin ich seit Oktober 2015 aus gesundheitlichen Gründen im Ruhestand.  

Informationen

"Prager Frühling" - In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 rücken Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten in die CSSR ein. Sie zerschlagen die Hoffnung auf die Reformversuche der kommunistischen Partei der CSSR und auf einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz". Die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung liefert weitere Hintergrundinformationen

"Die Zeit ist reif" - Gründungsaufrufe des Neuen Forum vom 10. September 1989 und von Demokratie Jetzt vom 12. September 1989.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Mittwoch, 28 Juni 2017 - Heute vor 61 Jahren

28.6.1956 Arbeiter der Stalin-Werke im polnischen Poznan demonstrieren mit tausenden Bürgern für ökonomische Verbesserungen, freie Wahlen und den Abzug der sowjetischen Truppen aus Polen.