Bild:  Jürgen Bauer

Jürgen Bauer, Berlin (Berlin)

Thema: politische Haft, Mauerbau 13. August 1961, Mauerfall 9. November 1989

Biografisches

1931 geboren in Jüterbog, Brandenburg
1951 Abitur in Jüterbog
1951-1952 Lehre als Rundfunkmechaniker in Jüterbog
1952-1953 Vorpraktikum für TH-Studium im Eisenhüttenwerk Thale/Harz
1953-1954 Fachpraktikum für TH-Studium im Funkwerk Köpenick
1954-1957 Sendedienst im Funkamt Königs Wusterhausen
1954-1958 Fernstudium der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule (TH) Dresden
1957-1958 Rundfunkmechaniker im Laboratorium für Kunststoffe an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin
1958-1960 Techniker Entwicklung Höchstfrequenztechnik am Heinrich-Hertz-Institut für Schwingungsforschung
1961-1962 Techniker Entwicklung Ultraschalltechnik im Volkseigenen Betrieb (VEB) Inducal "Hermann Schlimme" Berlin
1964-1965 Prüftechniker im VEB Steremat
1962-1965 Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik Berlin: Abschluss als Ingenieur für Nachrichtentechnik, Nachdiplomiert zum Dipl. Ing. (FH) im Mai 1992
1965-1977 Gruppenleiter Bausteine als Prüffeldingenieur im VEB Steremat
26.1.-5.10.1971 Haft aufgrund "staatsfeindlicher Äußerungen" im Gefängnis Pankow und im Haftkrankenhaus für Psychiatrie Waldheim
1978-1980 Ingenieur für Messtechnik im Elektroprojekt und Anlagenbau
1980-1983 Entwicklungsingenieur im VEB Werk für Fernsehelektronik
1983-1990 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Nachrichtentechnik

Kurzbeschreibung

1931 im brandenburgischen Jüterbog geboren, erlebte Jürgen Bauer die Zeit des Zweiten Weltkrieges und dessen Nachwirkungen. Sein Vater wurde 1945 im sowjetischen Lager Toszek bei Gleiwitz ermordet. Jürgen Bauer verbrachte seine Jugend im Jüterbog und absolvierte 1951 sein Abitur. Schon früh interessierte er sich für Technik und das Funktionieren von Maschinen und Geräten und strebte einen beruflichen Werdegang als Ingenieur an. Auf eine Lehre als Rundfunkmechaniker und verschiedene Fachpraktika folgte schließlich ein Fernstudium der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Dresden. Anschließend war Jürgen Bauer bis zum Ende der DDR in zahlreichen verschiedenen technischen Betrieben in Berlin als Ingenieur tätig. Er erhielt während seiner beruflichen Laufbahn mehrere Auszeichnungen für die Leitung von technischen Schüler-Arbeitsgemeinschaften, darunter 1967 die "Ehrennadel des Ministeriums für Volksbildung", welche er vom Stellvertreter des Ministers für Volksbildung überreicht bekam. Trotz dieser Auszeichnung und seiner beruflichen Laufbahn geriet Jürgen Bauer 1970 in das Blickfeld der Stasi. Man warf ihm mangelnde "gesellschaftliche Arbeit" und "politisch-ideologische Erziehung" vor und verurteilte ihn wegen "staatsfeindlicher Äußerungen" im Januar 1971 zu einer zehnmonatigen Gefängnisstrafe. Der Abschlussbericht vom Februar 1972 verordnete die lebenslange Kontrolle durch die Stasi.

Im Jahr 2014 schrieb Jürgen Bauer eine Autobiografie, in der er sein Leben in der DDR schildert. Er erzählt von der kriegsüberschatteten Kindheit, von seiner Jugend in der DDR, wie er seine große Liebe fand und von den Ungerechtigkeiten, die ihm im beruflichen Leben widerfuhren.

Anhand von zahlreichen Fotos und anschaulichen Dokumenten zeichnet Jürgen Bauer eine Geschichte, die einerseits Aufschluss gibt über die damalige Zeit und die Alltagskultur in der DDR. Andererseits bietet er einen umfangreichen Einblick in die Arbeit eines Ingenieurs in der DDR. Dabei gelingt es ihm, seine technischen Kenntnisse verständlich darzustellen und die Einflussnahme von Staat und Politik auf Arbeit und Forschung eindrücklich abzubilden.


Bauer, Jürgen: Blick auf mein Leben als Ingenieur. Autobiografischer Tatsachenbericht, Frieling-Verlag Berlin 2014, 351 Seiten, EUR 15,90.    

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Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

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