Bild: Prof. Dr. Rainer Eckert

Prof. Dr. Rainer Eckert, Berlin (Berlin)

"Die Friedliche Revolution 1989/90 siegte auf der Straße und schuf damit die Voraussetzungen für die Öffnung der Berliner Mauer und für die deutsche Wiedervereinigung."

Thema: Deutsche Einheit, Kirche, Mauerfall 9. November 1989, Staatssicherheit, historische Aufarbeitung

Biografisches

1950 geboren in Potsdam
1968 Abitur in Potsdam
1969-1972 Studium der Archivwissenschaft und Geschichte an der Ost-Berliner Humboldt-Universität (HU)
1972 als Folge politischer Verfolgung von der Universität verwiesen, mit Haus- und "Berlin-Verbot" belegt
1972-1975 Arbeit in einem Baubetrieb, Studienabschluss im Fernstudium, gleichzeitig Ermittlungen des Ministeriums für Staatssicherheit wegen "staatsfeindlicher Hetze" und "staatsfeindlicher Gruppenbildung"
1975-1988 Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Zentralinstitut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR, dann wissenschaftlicher Mitarbeiter
1984 Promotion über die deutsche Besatzungspolitik in Griechenland im Zweiten Weltkrieg an der Akademie der Wissenschaften
1990-1991 Stellvertretender Direktor des Instituts für Deutsche Geschichte
1992-1996 Hochschulassistent am Institut für Geschichtswissenschaften der HU Berlin
1997-2015 Leiter bzw. Direktor der Projektgruppe Leipzig, dann des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
2001 Habilitation am Otto-Suhr-Institut für politische Wissenschaften der Freien Universität Berlin (FU)
ab 2006 außerplanmäßiger Professor für politische Wissenschaften an der Universität Leipzig
Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher und geschichtspolitischer Gremien

Veröffentlichungen (Auswahl)

Rainer Eckert publiziert vor allem zur Geschichte des Nationalsozialismus, der SED-Diktatur, der Friedlichen Revolution und Geschichtspolitik. Hier finden Sie eine kleine Auswahl seiner monographischen Titel.

Opposition, Widerstand und Revolution: Widerständiges Verhalten in Leipzig im 19. und 20. Jahrhundert, Halle (Saale) 2014.

Kommunistische Diktatur in der DDR und 20 Jahre Erinnerungsarbeit: Eine Auswahlbibliographie zu Widerstand, Opposition und politischer Repression, Berlin 2011.

Wohin treibt die DDR-Erinnerung? Dokumentation einer Debatte, hg. v. Martin Sabrow, Rainer Eckert, Monika Flacke u.a., Göttingen 2007.

Von Deutschland Ost nach Deutschland West: Oppositionelle oder Verräter?, hg. v. Uwe Schwabe und Rainer Eckert, Leipzig 2003.

Halbherziger Revisionismus: Zum Postkommunistischen Geschichtsbild der PDS, hg. v. Rainer Eckert und Bernd Faulenbach, München 1996.

Krise - Umbruch - Neubeginn: Eine kritische und selbstkritische Dokumentation der DDR-Geschichtswissenschaft 1989/90, hg. v. Rainer Eckert, Wolfgang Küttler und Gustav Seeber, Stuttgart 1992.

Wendezeiten - Zeitenwände: Zur "Entnazifizierung" und "Entstalinisierung", hg. v. Rainer Eckert, Alexander von Plato und Jörn Schütrumpf, Hamburg 1991.

Kurzbeschreibung

Rainer Eckert ist Protestant und Sozialdemokrat, seine wissenschaftlichen Interessen verlagerten sich nach der Friedlichen Revolution vom Nationalsozialismus zur Geschichte der SED-Diktatur. Besonders widmete er sich hier der Geschichte des antikommunistischen Widerstands und der Opposition. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Darstellung der Friedlichen Revolution, wobei ein besonderes Augenmerk auf der Rolle Leipzigs liegt. Geschichtspolitisch interessiert ihn besonders die Frage, auf welchen gemeinsamen Traditionen ein vereintes Europa beruhen könnte.

Interviews

"Für ein lebendiges Erinnern" - Rainer Eckert im Interview über die deutsche Protestkultur, die Erinnerungskultur und das Haus der Geschichte, mephisto 97.6, 15.1.2015.

"Helden im Herbst '89" - ein Gespräch mit Rainer Eckert, geführt von DeineGeschichte 2010.

"Die DDR war zweifellos ein Unrechtsstaat" - Rainer Eckert über seine Erinnerungen an den 9. November 1989 und zur Debatte, ob die DDR ein Unrechtsstaat war, Deutschlandfunk, 23.8.2010.

"Ja, auch ich bin Revolutionär" - Rainer Eckert über den Herbst 1989 und die deutsche Einheit, Die Zeit, 1.7.2010.

Veranstaltungsbericht

"Gehen oder bleiben? Leben in der DDR zwischen Ausreise, Flucht und sozialistischem Alltag" - Die Auftaktveranstaltung der Reihe "Erinnerungsort DDR" der Bundesstiftung Aufarbeitung im Jahr 2015 thematisierte die Ambivalenz zwischen Gehen und Bleiben. Über welche unterschiedlichen Motivationen verfügten diejenigen, die sich dazu entschlossen, das Land zu verlassen? Wie sah ihr Weg in den Westen aus und wie verlief ihr Leben dort weiter? In welcher Lage sahen sich die Dagebliebenen? Der Impulsvortrag von Rainer Eckert und die anschließende Diskussion können hier nachgehört werden.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Dienstag, 17 Oktober 2017 - Heute vor 28 Jahren

17.10.1989 Die polnische Regierung fordert von der Sowjetunion eine Entschädigung für die Zwangsarbeit von etwa 3,5 Millionen zwischen 1939 und 1959 verschleppten Polen.