Bild:  Ursula Maria Friedrich

Ursula Maria Friedrich, Rheinland-Pfalz (Landau)

"Schau nach vorn und lebe deine Visionen und Träume in der Zeit, die noch bleibt."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Heimerfahrungen, Bildung/Erziehung, Staatssicherheit

Biografisches

1950 geboren in Berlingerode/Duderstadt-Worbis
Bis 1968 Studium/Ausbildung
1965-1976
Tätigkeit als Terxtilfacharbeiterin, Laborantin
1976-1984
Sachbearbeiterin im VEB Kraftverkehr in Leinefelde
1984-1986
Berufsverbot ohne Ersatzzahlung
1986
Ausreise
1987-1992
Landesversicherungsanstalt Rheinland-Pfalz in Speyer
1992-2003
Landesversicherungsanstalt Westfalen in Münster bis zur Frühberentung
heute
Rentnerin

Kurzbeschreibung

Als alleinerziehende Mutter von zwei Söhnen versuchte ich, die Erziehung der Kinder und meine Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Mein Ehemann besuchte ohne mein Wissen die Parteischule und hatte die Scheidung eingereicht. Obwohl ich damals schwanger war, wurde die Ehe geschieden. Ich erhielt mehrere Jahre keinen Unterhalt für die Kinder und für mich. Einer meiner Söhne war schwer krank. Landesweite suchte ich Ärzte und Professoren auf und bat sie um Rat und Unterstützung. Immer wieder schlug mir die Antwort entgegen, in der DDR gebe es für meinen Sohn keine Chance. Lebensnotwendige Medikamente fehlten genauso wie die richtigen Therapiemethoden. Deswegen stellte ich einen Antrag auf Ausreise in den Westen. Daraufhin verlor ich meine Arbeit und erhielt ein Berufsverbot. Sozialleistungen wurden nicht an mich gezahlt, meinem Sohn wurden sogar die lebensnotwendigen Medikamente entzogen. Auch Freunde und Bekannte nahmen Abstand, meine Schwester und mein Mann hatten von der Stasi den Auftrag, mich unter Druck zu setzen. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits seit sieben Jahre geschieden, mein Mann wollte keinen Kontakt zu den Kindern und hat als IM der Staatssicherheit ihre Ausreise verzögert. Mehrfach wurde ich verhört und tageweise inhaftiert, mit der Drohung, in das Frauengefängnis Hoheneck zu kommen und meine Kinder in ein Heim. Als mein Sohn eingeschult werden sollte, nahmen die örtlichen Schulen ihn nicht an. Stattdessen wurde er zwangsweise in die Sonderschule Sülzhayn und dann in die Kinderklinik Nordhausen eingewiesen. Ich erlebte die Nebenwirkungen, mit denen er auf Medikamentenversuche reagierte und holte ihn nach Hause. Meinen Ausreiseantrag habe ich aufrecht erhalten und am 9. Dezember 1986 war es endlich soweit: Mit zwei Koffern und einer Nähmaschine im Gepäck kamen wir im Aufnahmelager Gießen an.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Donnerstag, 23 November 2017 - Heute vor 70 Jahren

23.11.1947 Mit der bulgarischen "Vaterländischen Front" wird ein Einparteiensystem errichtet.