Bild:  Peter Hippe

Peter Hippe, Nordrhein-Westfalen (Düren)

"Freiheit ist für mich das höchste Gut, für das es sich lohnt, jeden Tag zu kämpfen und etwas dafür zu tun."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft, Mauerbau 13. August 1961, Kirche

Biografisches

1942 in Halle/Saale geboren
1948-1958 Schulzeit
1959 Verhaftung in Potsdam wegen versuchter Republikflucht, danach Einweisung in das Durchgangsheim Halle-Goldberg
1961-1963 Berufsausbildung
1971-1975 Studium des Ingenieurwesens in Leipzig
1975 Tätigkeit im Bauwesen als Planungsingenieur, Bauleiter
1985 Stellung von mehreren Ausreiseanträgen mit anschließendem Berufsverbot
1988 Ausreise in die Bundesrepublik
1988-1996 Bauleiter, Planungsingenieur
1997 bis 2018 Freiberufler

Veröffentlichung

Peter Hippe: „Unmittelbare Gefahren für die staatliche Sicherheit“, in: Frank Hoffmann/Silke Flegel (Hg.): Fluchtpunkt NRW. Zeitzeugenberichte zur DDR-Geschichte, in der Reihe Deutschland in Europa. Gesellschaft und Kultur, Bd. 3, ISBN 978-3-643-13382-3, Berlin 2016.

Kurzbeschreibung

Schon als Jugendlicher bin ich ins Visier der Staatsmacht geraten, als ich einen Fluchtversuch unternahm, der erfolglos blieb. Ich wurde verhaftet und kam zunächst in Potsdam in Untersuchungshaft, später nach Halle in ein Durchgangsheim. Einem Anwerbeversuch der Abteilung Kriminalpolizei für so genannte "Informationsdienste" entzog ich mich. Obgleich ich weiterhin fortlaufend im Visier der Staatssicherheit stand, konnte ich 1963 eine Ausbildung abschließen und 1975 ein Studium als Diplomingenieur erfolgreich absolvieren. Doch wichtige Funktionen blieben mir verwehrt, Bewerbungen wurden unbegründet abgelehnt und auch Reisevisa, etwa für Ungarn und Bulgarien, erhielt ich nicht. Dies führte dazu, dass meine Frau und ich eine Reihe von Ausreiseanträgen stellten, die jedoch allesamt abgelehnt wurden. Es kam zur Einleitung einer "OPK Schotter" (Operativen Personenkontrolle) und zur Erweiterung zum "OV Splitt" (Operativen Vorgang) - einer verschärften Form der Überwachung. Es wurden Zersetzungsmaßnahmen anstelle einer Inhaftierung angewandt. In meinem Betreiben nach friedlichem Widerstand schloss ich mich kirchlichen Kreisen an und nahm regelmäßig an Friedensgebeten teil, die ebenfalls von der Staatssicherheit unterwandert waren. Da ich keinen anderen Ausweg mehr sah, habe ich die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin aufgesucht und um Hilfe gebeten. Schließlich haben meine Frau und ich zusammen mit Bekannten Ende der 1980er Jahre die US-amerikanische Botschaft in Ost-Berlin besetzt und konnten so eine Zusicherung erreichen, ausreisen zu dürfen. Rund vier Wochen nach unserer Rückkehr nach Halle erfolgte die Ausbürgerung aus der DDR.

DVD – Zeitzeugen – Interview

Im Auftrag der BStU-Außenstelle Halle (Saale) interviewte die Simank-Film GbR Bautzen Peter Hippe als Zeitzeuge zur Flucht und Ausreise etc. in der Gedenkstätte "Roter Ochse" in Halle (Saale). Das Interview liegt Peter Hippe vor (Dauer ca. 65 Minuten, in Kurzform ca. 20 Minuten) und wird demnächst veröffentlicht.

Pressebericht

Die Kölnische Rundschau veröffentlichte in einer ihrer Lokalausgaben einen Bericht über das Zeitzeugengespräch von Peter Hippe im Kölner Berufskolleg Kartäuserwall am 21.02.2019.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.