Bild:  Chris Lopatta

Chris Lopatta, Berlin (Berlin)

"Nicht jeder Unionfan war Staatsfeind, aber jeder Staatsfeind war Unionfan."

Thema: Kunst, Kultur und Literatur, Bildung/Erziehung

Biographisches

1963
in Ost-Berlin geboren
seit 1977 Fan des 1. FC Union Berlin
1982 Abitur in Berlin
1982
-1984 Pförtner an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin
1984
-1988 Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin
seit 1988 tätig als Schauspieler in Greifswald, Leipzig, Berlin

Kurzbeschreibung

Ich war kein Dissident und wollte auch nicht die DDR verlassen. Aber mich hat alles angezogen, was irgendwie oppositionell, alternativ und „undergroundig“ war: coole Kneipen und Locations (Bodega, Kleiner Spreewald, Gaststätte Plänterwald), Trampen, Bluesmessen, Punkkonzerte, Freygang, Ton-Steine-Scherben, Wasungen, Kirche von Unten, verbotene Demonstrationen und vor allem: Union. Irgendwie schwang bei allen Aktivitäten immer etwas die Angst mit, ins Visier der Stasi zu geraten. Wahrscheinlich habe ich einfach nur Glück gehabt und dadurch auch eine glückliche Jugend in der DDR verlebt. Eine Krankheit und ein verständnisvoller Arzt haben mich vor dem Wehrdienst in der NVA gerettet. Ein Journalistik-Studium blieb mir versagt, da ich nicht in die SED eintreten wollte. Auch dabei hatte ich schließlich wieder Glück: Dafür studierte ich Schauspiel und hatte mein erstes Engagement in Greifswald. In den Theatern war am ehesten – künstlerisch verpackt – Kritik möglich. Das Privileg konnte ich allerdings nicht lang genießen, denn schon in meinem zweiten Berufsjahr als Schauspieler fiel die Mauer. Wieder Glück! Denn viele meiner Freunde hatten sich in den Monaten zuvor über Ungarn auf den Weg in den Westen gemacht. Der RIAS kommentierte damals: „Jetzt verlieren die DDR-Bürger ihren größten Reichtum – ihre Freunde.“ Ich bekam sie alle wieder!

Interview 

"... Ausreise war keine Option": Chris Lopatta berichtet auf wendefokus.de von seiner Entscheidung gegen eine Ausreise und von den Ereignissen im Herbst 1989. 

Film

"Union fürs Leben" - Ein Kinofilm über die Fans des 1. FC Union Berlin, mit Chris Lopatta, dessen Dauerkarte bis an sein Lebensende gilt.

"I've given my blood for Union". The struggle of a football club in East-Berlin.

Two generations, one story: Frank Völker (54) fought the Stasi. Daniel Zwick (29) now fights against Red Bull.

In GDR times, East Berlin football club 1. FC Union Berlin was known for being anti-Stasi. In the stadium, supporters chanted ‘Die Mauer muß weg’. 25 years after the fall the club has not let go of its image of necessary irritant yet, although now its supporters fight Red Bull rather than the secret service. Union always comes first.

Story on www.ironcurtainproject.eu, a project by children of the '90 from the Netherlands.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

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Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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