Bild:  Peter Hampe

Peter Hampe, Berlin (Berlin)

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. (Immanuel Kant)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft

Biografisches

1944
in Magdeburg geboren
1963
Abitur
1963-1964
Tätigkeit als Hilfsarbeiter
1964-1965
Pädagogikstudium in Potsdam
1965-1967
politische Haft und Studienverbot, fingierter Freikauf
1967-1968
Hilfsschlosser im Schwermaschinenbau Magdeburg
1968-1971
Stahlbauschlosser, zugleich Abendstudium zum Chemie-Ingenieur
1971-1978
Ingenieur im VEB Minol, Magdeburg, Fernstudium an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg
1978-1984
Laborleiter in Polikliniken, Promotion zum Dr.rer.nat.
1984-1985
Ausreiseantrag aus der DDR
1985-1997
Diplomchemiker in der damaligen Schering AG in Berlin
Seit 2005 Rentner

Veröffentlichung
Hampe, Peter: "Die DDR - mein Absurdistan, Innenansichten und Dokumente aus einem Überwachungsstaat", Edition Noack & Block, 2013

Kurzbeschreibung

Wegen eines Fluchtversuches und eines Leserbriefes an den RIAS in West-Berlin verurteilte das Militärobergericht in Neubrandenburg mich zu 1,5 Jahren Freiheitsentzug. Zusätzlich zu meiner Haftstrafe wegen staatsgefährdender Hetze und "versuchten Passvergehens" erhielt ich ein lebenslanges Studienverbot. Die Stasi drohte mir mit der Einweisung in ein Arbeitserziehungslager. Im Mai 1967 wurde ich in die DDR entlassen und erfuhr erst Jahre später von meinem angeblichen Freikauf. Die Bundesrepublik glaubte mich freigekauft und meine Haftdauer verkürzt zu haben, tatsächlich aber hatte ich meine Strafe schon verbüßt. Durch die Hilfe verständnisvoller DDR-Bürger wurde mir in Abendschulen eine Ausbildung vom Hilfsarbeiter bis zum promovierten Chemiker ermöglicht. Die Ausreise aus der DDR im Jahr 1985 gelang mir und meiner Familie nach einem Jahr Wartezeit durch die Einflussnahme des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Dr. Fred Sinowatz. Ich habe meine Geschichte in dem Buch "Die DDR - mein Absurdistan, Innenansichten und Dokumente aus einem Überwachungsstaat" veröffentlicht.

Material

"Ein Leben in der Deutschen Demokratischen Republik" - Unterrichtsmaterialien in digitaler und gedruckter Form auf school-scout.de. Die Arbeitsblätter für den Schulunterricht basieren auf dem Buch von Peter Hampe. Seine Berichte werden mit Arbeitsaufträgen an die Schülerinnen und Schüler ergänzt. Wolfgang Wertenbroch, 2014, 14,49€

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Mittwoch, 28 Juni 2017 - Heute vor 61 Jahren

28.6.1956 Arbeiter der Stalin-Werke im polnischen Poznan demonstrieren mit tausenden Bürgern für ökonomische Verbesserungen, freie Wahlen und den Abzug der sowjetischen Truppen aus Polen.