Bild:  Hermann Pröhl

Hermann Pröhl, Berlin (Berlin)

"Die deutsche dunkle Geschichte darf nicht wiederkehren, sie darf aber auch nicht in Vergessenheit geraten."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Grenzerfahrungen

Biografisches

1947 geboren in Zeitz (Sachsen Anhalt)
1963
Realschulabschluss
1963-1967
Lehre und Beruf als Elektroinstallateur
1967-1968
Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee an der Grenze
12. Juli 1968
Flucht in Hötensleben nach Schöningen in Niedersachsen
1971
Heirat, Geburt einer Tochter
1976
Elektromeister auf zweitem Bildungsweg, Oldenburg
1981-2009
Projekteur für elektrische Schaltanlagen in der Firma Klöckner-Moeller, Bonn/Berlin
Seit 2010 als Zeitzeuge für Gespräche und Seminare u.a. in der Gedenkstätte Marienborn, mit Besuch des Grenzdenkmals in Hötensleben, und für Sendungen des japanischen und deutschen Fernsehens

Hermann Pröhl steht für Zeitzeugengespräche in Berlin, Sachsen-Anhalt und Niedersachen zur Verfügung.

Kurzbeschreibung

Meine Schulferien habe ich bis zum Bau der Mauer im August 1961 immer bei meiner Tante in West-Berlin verbracht. Diese Zeit und mein Elternhaus haben mich geprägt. So entwickelte ich schon frühzeitig Fluchtgedanken. Als ich 20 Jahre alt war, erhielt ich die Einberufung für eine halbjährige Ausbildung als Grenzsoldat und wurde im Oktober 1967 an die Grenze in Hötensleben versetzt. Ich suchte nach Fluchtmöglichkeiten über die Grenzsperren. Nach etwas mehr als einem halben Jahr gelang mein dritter Versuch, in den Westen zu fliehen. Fortan lebte ich in West-Berlin und habe diesen Ort 20 Jahre lang nur mit einem Flugzeug verlassen können.
2010 habe ich meine Stasi-Akte mit über 400 Seiten gesichtet und mein Schweigen beendet. Heute berichte ich vor allem jungen Menschen von meiner Flucht. Auch mein lang gehegter Wunsch hat sich in diesem Jahr erfüllt: Das Wiedersehen mit einem westdeutschen Zollbeamten, zu dem ich 1967 in eigentlich verbotenem Kontakt getreten war.

Berichte

"Der Sprung in die Freiheit" - Hermann Pröhl über seine Flucht. Volksstimme.de, 7.11.2014

"Ab über die Grenze in den Westen" - mit Fotos, Text und einem Video berichtet der NDR von der Flucht Hermann Pröhls. In dem Video schildert der frühere Grenzsoldat, auf welchem Weg ihm die Flucht gelang.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.