Bild:  Werner Höpfner

Werner Höpfner, Berlin (Berlin)

"Das Lachen zu verlieren, ist wohl die schlimmste Strafe, die einen Menschen treffen kann."

Thema: politische Haft

Biografisches
19. März 1928
in Berlin-Lichtenberg geboren
1934-1945
Volksschule und Mittlere Reife. Vorbereitung für das Abitur
11. Mai 1945
Verhaftung und anschließende U-Haft
1. Aug. 1945
Verurteilung durch sowj. Militärtribunal zu 15 Jahren Haft
1945-1953
Haft im sowjetischen Arbeitslager Workuta
1954-1960
Verwaltungsbeamter und freiberuflicher Sport-Journalist in Berlin
1960-1988
Dienst in der Kriminalpolizei
1988-2002
Studienreiseleiter und verschiedene Vortragstätigkeiten
Nov. 1998
Rehabilitierung durch Militärhauptstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation


Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)
Höpfner, Werner: Glück gehabt - trotz allem. Was man in über 80 Jahren als Teil einer verratenen Generation in sowjetischen Schweigelagern und anderswo alles erleben kann. Eine Autobiographie, Berlin 2013.

>> Rezension von Maren Perschke, studentische Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Schulische Bildungsarbeit der Bundesstiftung Aufarbeitung

Kurzbeschreibung

Nach seiner Rückkehr aus dem sowjetischen Arbeitslager Workuta hörte Werner Höpfner seine Mutter mit der Nachbarin reden: "Wissen Sie, Frau R., ich habe festgestellt, unser Werner hat in Russland das Lachen verloren." 3153 Tage und Nächte hatte er in Gefangenschaft verbracht. Das Lachen zu verlieren, ist jedoch die schlimmere Strafe für den gebürtigen Berliner. Am 11. Mai 1945 wurde Werner Höpfner vom NKWD (Volkskommissariat für innere Angelegenheiten) abgeholt und anschließend in der Margaretenstraße verhört. Nach einer Woche provisorischer U-Haft wurde er nach Karlshorst gebracht und weitere fünf Wochen in das nach Kriegsende von der sowjetischen Armee besetzte ehemalige Olympische Dorf bei Elstal verlegt. Hier sollte sein Urteil gefällt werden. Da er der Hitler Jugend angehört hatte, wurde er durch das NKWD zu 15 Jahren Arbeits-/Erziehungslager verurteilt. Über acht Jahre musste er im Arbeitslager Workuta unter schlimmsten Bedingungen leben, ehe er kurz vor Jahresende 1953 entlassen wurde.

Weitere Informationen von und über Werner Höpfner:

- Themen für schulische / berufskundliche Veranstaltungen von Werner Höpfner (PDF)

- www.workuta.de (Mit weiteren biografischen Informationen, Dokumenten, Veröffentlichungen zum Thema Gulag)

Wiedersehen mit einem Totgeglaubten nach 70 Jahren -
Ein Bericht von Werner Höpfner

Im Mai 2015 traf Werner Höpfner bei einer Veranstaltung zufällig seinen Bekannten Hans Jänichen. 70 Jahren hatten sie sich nicht mehr gesehen. Werner Höpfner, der von Horst Jänichen für tot gehalten wurde, berichtet über das Wiedersehen und die gemeinsame Vergangenheit.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Mittwoch, 28 Juni 2017 - Heute vor 61 Jahren

28.6.1956 Arbeiter der Stalin-Werke im polnischen Poznan demonstrieren mit tausenden Bürgern für ökonomische Verbesserungen, freie Wahlen und den Abzug der sowjetischen Truppen aus Polen.