Bild:  Lutz Rackow

Lutz Rackow, Berlin (Berlin-Friedrichshagen)

"Kritisch denkende Zeitzeugen sind in der Lage, viele vermeintliche Geheimnisse der Zeitgeschichte zu lüften."

Thema: Volksaufstand 17. Juni 1953, Mauerbau 13. August 1961, Medien, Mauerfall 9. November 1989, Staatssicherheit

Biografisches

1932 geboren in Berlin-Friedrichshagen
1950 Abitur in Berlin-Oberschöneweide1951-1956 Ausbildung, Redakteur bei "Der Morgen", Tageszeitung der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LPD)
1956-1961 Studium der Wirtschaftswissenschaften und Geschichte  an der TU Berlin-Charlottenburg
1956-1993 freiberufliche fachjournalistische Tätigkeit (Technik, Verkehr, Tourismus) für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen in Ost-Berlin, danach im vereinigten Deutschland
1993-1997 Berater und Projektbegleiter der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart
1996 bis heute ehrenamtliches Engagement als Zeitzeuge.

Veröffentlichungen
Lutz Rackow, Spurensicherung: 80 Jahre in deutschen Irrgärten, OEZ-Berlin Verlag 2016.
Lutz Rackow: Abhauen oder bleiben?, Februar 2013. (PDF zum Download)

Kurzbeschreibung

Lutz Rackow nennt sich "Berliner aus Geburt und Überzeugung". Schon sehr früh vermittelte ihm sein Elternhaus kritisches Denken gegenüber dem NS-Regime. 1944 wurde er wegen Dienstverweigerung beim "Jungvolk" aus einem Gymnasium im Berliner Randgebiet verwiesen. Vier Jahre später wiederholte sich der Vorgang an einer anderen Schule im Wohnort, obwohl die politischen Vorzeichen ganz andere waren. Gegen den ideologischen Zwang wehrte sich der junge Rackow. Schließlich konnte er an einer weiteren Schule sein Abitur ablegen. Danach absolvierte er ein Volontariat an der Tageszeitung der LDP "Der Morgen". Dort arbeitete er als Wirtschaftsredakteur. Am 16. Juni 1953 begleitete er den Protestzug der Bauarbeiter in Berlin und beobachtete am folgenden Tag die revolutionären Vorgänge in Ostberlin aus nächster Nähe. Wegen der neuen Stalinisierung des SED-Regimes wechselte er unter Beibehaltung seines Wohnsitzes an die TU-Berlin-Charlottenburg zum Studium der Wirtschaftswissenschaften und der neuesten deutschen Geschichte. In dieser Zeit unternahm er etliche Studienreisen durch Westeuropa. Zeitgleich begann er freiberuflich eine Tätigkeit als Fachjournalist für Technik, Verkehrswesen  und Touristik mit schließlich sieben Pseudonymen für etliche Medien, darunter auch das Fernsehen, in Ostdeutschland. Wiederholt geriet er in den Fokus der DDR-Staatssicherheit, widerstand jedoch erfolgreich Verstrickungs- und Werbungsversuchen des MfS. Seine über Jahrzehnte andauernden konspirativen Kontakte zu Meinungsführern und Diplomaten in Schweden, der Schweiz und Westdeutschland wurden vom MfS nicht erkannt. Nach der Wiedervereinigung entwickelte und begleitete er für die Bosch-Stiftung historische und soziale Projekte. Seit Erreichen des Rentenalters beteiligt er sich ehrenamtlich an Veranstaltungen zur Darstellung und Interpretation der Verhältnisse und Entwicklungen in Ostdeutschland seit Kriegsende bis heute.

Berichte

- "Proteste und gescheiterte Hoffnungen", in: Mittelbayerische Zeitung, Beitrag von Jutta Schütz, 17. Juni 2013.

- "Die Arbeiteraufmärsche werden immer größer", mdr INFO, 17. Juni 2013.

- "Ruf nach Freiheit und Demokratie", Audiobeitrag und Interview vom deutschlandfunk, 14. Juni 2013.

Interview

Lutz Rackow erzählt in dem Interview von seiner Arbeit als Redakteur beim "Morgen", von den Ereignissen am 16. Juni 1953 und seiner persönlichen Einstellung zum Volksaufstand am 17. Juni 1953.

Das Interview mit Lutz Rackow ist Teil der Interviewreihe "17. Juni 1953". Die Reihe ist ein Projekt der Berliner Heimatfilm GbR, in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Zeitzeugengespräch zum Nachhören

"Der 17. Juni 1953 und der frühe Widerstand gegen die SED-Diktatur - Zeitzeugen erinnern sich" - Anlässlich des Jahrestags des 17. Juni 1953 berichtet Jochen Stern von seinen Erlebnissen in der Sowjetischen Besatzungszone und in den frühen Jahren der DDR. In der Nachlese finden Sie eine Tonaufzeichnung und Fotos.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Donnerstag, 19 Juli 2018 - Heute vor 50 Jahren

19.7.1968 Das Politbüro der KPdSU beginnt mit der Ausarbeitung der »äußersten Maßnahmen« bezüglich der Entwicklungen in der CSSR. Die militärische Intervention wird vorbereitet.