Bild:  Martin Sachse

Martin Sachse, Berlin (Berlin)

"Die Revolution entlässt ihre Kinder (Wolfgang Leonhard)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Medien, Kunst, Kultur und Literatur, Staatssicherheit

Biografisches

1950 geboren in Berlin
1968 Abitur
1968 Eintritt in die NVA. Vorzeitige Entlassung auf Grund einer schweren Beinverletzung
1970-1973 Studium der Physik/Kristallographie. Exmatrikulation aus politischen Gründen
ab 1973 Tätigkeiten am Theater, beim Fernsehen der DDR und des DEFA-Dokumentarfilmstudios
1976 Berufsverbot
1986 Antrag auf Ausreise
1989 Ausreise nach West-Berlin
seit 1989 verschiedene Tätigkeiten im Bereich Medien

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)

Chronik eines NVA-Unfalls \\\ Eine Geschichte über Herrn B. (Weblog von Martin Sachse)

Kurzbeschreibung

Martin Sachse geriet bereits als Abiturient mit dem MfS in Konflikt, da er 1967 an einer Demonstration in Ost-Berlin teilnahm. Im selben Jahr bewarb er sich für ein Physikstudium. Trotz bestandener Aufnahmeprüfung wurde ihm das Studium zunächst verweigert. Stasi-Mitarbeiter drängten ihn dazu, sich vorerst  "freiwillig" als Zeitsoldat für drei Jahre zu verpflichten. Vor seinem Dienstantritt geriet Martin Sachse erneut in Konflikt mit dem MfS. Man hatte ihn mit Aufnähern einer tschechischen Bürgerrechtsgruppe aufgegriffen. Während seiner Wehrdienstzeit war Sachse daher besonderen Schikanen ausgesetzt. Bei einem Ausbildungsunfall 1969 wurde er so schwer am Bein verletzt, dass Martin Sachse vorzeitig aus der NVA entlassen wurde. Ab 1970 studierte Martin Sachse Physik und Kristallographie. Er wurde jedoch 1973 exmatrikuliert. Grund hierfür war sein Austritt aus der FDJ, verschiedene politische Aktivitäten und eine "feindliche Haltung zur DDR". Sachse entschied sich daraufhin für eine künstlerische Laufbahn. Tätigkeiten an der Komischen Oper Berlin und dem Landestheater Eisenach führten ihn schließlich zum Fernsehen der DDR. Wegen sogenannter "maoistischer Vorwürfe" und seiner Weigerung,  für die Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 zu unterschreiben, erhielt Martin Sachse Ende der 1970er Jahre Berufsverbot. Er engagierte sich in oppositionellen Kreisen und stellte schließlich 1986 einen Ausreiseantrag. Im Frühjahr 1989 kam er nach West-Berlin.

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Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

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