Bild:  Hans-Joachim Schiemenz

Hans-Joachim Schiemenz, Brandenburg (Lübbenau/Spreewald)

"Bei allem, was man über andere äußert, sollte man zuerst in den Spiegel sehen."

Thema: politische Haft, Kunst, Kultur und Literatur, Medien, Mauerfall 9. November 1989

Biografisches

1950 in Lübbenau geboren
1957-1967 Besuch der Polytechnischen Oberschule in Lübbenau
24.8.1968 Verhaftung durch die Staatssicherheit, Untersuchungshaft in Cottbus
Dezember 1968 Entlassung aus dem Strafvollzug, Urteil nachträglich zur Bewährung ausgesetzt
1969-1989 Tätigkeit im Braunkohlewerk „Jugend“, später Braunkohlewerk Cottbus
1990 Presse und Öffentlichkeitsarbeit in der Stadtverwaltung Lübbenau/Spreewald
seit Mai 2012 in Altersteilzeit

Kurzbeschreibung

Hans-Joachim Schiemenz wuchs in der Spreewaldstadt Lübbenau auf und begann mit vierzehn Jahren Gitarre zu spielen. Mit vier weiteren Freunden rockte er in einer Schülerband namens "The Blue Stars". Ihr Repertoire bestand aus den damaligen Titeln bekannter Bands aus England und den USA. Die vom DDR-Staat initiierte Singebewegung und die kulturelle Orientierung der SED-Funktionäre ignorierte er. Im August 1968 organisierte Schiemenz gemeinsam mit drei Lübbenauer Jugendlichen eine Demonstration gegen den Einmarsch der Staaten des Warschauer Pakts in die damalige CSSR. Insgesamt nahmen rund 150 Jugendliche daran teil. Daraufhin wurde er als einer der drei "Rädelsführer" verhaftet und Ende Oktober wegen "Zusammenrottung" und Staatsverleumdung zu anderthalb Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Am 20. Dezember 1968 wurde das Urteil nachträglich auf Bewährung ausgesetzt. Aufgrund seiner kritischen Tat wurde ihm das Fachschulstudium verwehrt. Nach seiner Entlassung musste er – eine Lohngruppe tiefer – als Kipper auf der Tagebauhalde arbeiten und konnte sich erst nach und nach für andere Einsatzgebiete qualifizieren. Fotografie und Journalismus prägten sein außerberufliches Interesse. Durch regelmäßiges Schreiben für die Lokalpresse nach dem Herbst 1989 bot sich eine neue Berufsmöglichkeit. 1990 bewarb sich Schiemenz bei der Stadtverwaltung Lübbenau/Spreewald und arbeitete dort bis Mai 2012 als Mitarbeiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

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Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

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DDR-Geschichte vermitteln


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Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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