Bild:  Alexander Kühne

Alexander Kühne, Berlin (Berlin)

"Ich bin Ost, nicht DDR."

Thema: Kunst, Kultur und Literatur, politische Haft

Biografisches

1964 geboren in Meißen
1971-1981 Besuch der Polytechnischen Oberschule in Doberlug-Kirchhain
1981 Schulverweis wegen der Organisation eines Schülerstreiks gegen einen gewalttätigen Lehrer
1981-1983 Lehre als Automateneinrichter im VEB Draht- und Schraubenwerk Finsterwalde
1983-1985 Tätig als Nachräumer beim VEB Kohlehandel Finsterwalde
1985 Gründung des Jugendclubs „Extrem“
1986-1987 Ausbildung zum Finanzkaufmann
1987 Berlinverbot wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses
1989-1990 arbeitslos
1990 Umzug nach Berlin
1990-1991 Tätig im Vertrieb der Deutsche Schallplatte GmbH (Technolabel MfS)
1991-1992 Veranstalter im Berliner Knaack-Club
1992-1997 Tätig bei tip-tv als fester Redakteur
1997-2003 Tätig beim Magazin „Polylux“ (ARD) gleichzeitig Chef vom Dienst des arte-Musikmagazins „Tracks“
2004-2008 freiberufliche Arbeit als Drehbuchautor
seit 2004 parallel dazu freiberuflich tätig für verschiedene Fernseh-Magazine u.a. „Kulturpalast“ auf zdf-kultur, „Metropolis“ auf arte, außerdem Autor für das Gesellschaftsmagazin „Dummy“ (Print), Erstellung von Werbespots

Veröffentlichung

Alexander Kühne: Düsterbusch City Lights. Roman, Heyne Verlag 2016.

Kurzbeschreibung

Als Kind besaß ich ein positives DDR-Bild. Ich war ein guter Schüler und engagierte mich in der Pionierorganisation. Meine Eltern waren beide in der SED. Meine Mutter war Lehrerin und mein Vater Ingenieur. Trotzdem herrschte zu Hause kein Dogmatismus. Wir schauten West-Fernsehen, diskutierten offen über gesellschaftliche Probleme und hielten Kontakt zu Verwandten in West-Berlin. Mit zunehmendem Alter, ausgesetzt der Willkür von Lehrern und alltäglichen Beschränkungen und Verboten, änderte sich meine Meinung. Ich entwickelte mich immer mehr zum Gegner der DDR. Aber ich liebte meine Heimat und wollte nicht abhauen. Ich fing an, Konzerte und Lesungen zu veranstalten. 1985 gründete ich den Jugendclub „Extrem“ Zwischen 1985-1989 veranstaltete ich Hunderte von Konzerten, Fotoausstellungen, Theaterstücken und Lesungen, beeinflusst von Postpunk und New Wave, in zahlreichen Clubs und Sälen des Kreises Finsterwalde. Während dieser Zeit wurden gegen mich unzählige Ordnungsstrafverfahren angeregt und Verbote ausgesprochen. 1986 kam ich kurzzeitig in Finsterwalde in Haft. In den Veranstaltungen, die ich organisierte, sah ich einen Sinn in meinem Leben, obwohl alles um mich herum zerfiel. Ich bin nicht abgehauen, aber mein Kopf blieb oben. Das ist bis heute sehr wichtig für mich.

Berichte

"Wie der Punk in die Niederlausitz kam", Alexander Kühne im Gespräch über das kurze Leben der "Partyrepublik Lugau", 27.10.2010 Deutschlandfunk.

"Rauschen aus dem Keller", im Jahr 1990 war Alexander Kühne 25 Jahre alt. Auf "Krautreporter" berichtet er, wie er kurz nach der Währungsunion Musik aus dem Westen im Osten verkaufte. 6.11.2014, Krautreporter.

"Redezeit mit Alexander Kühne", Interview über die biografischen Bezüge in "Düsterbusch". 23.3.2016 WDR.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Mittwoch, 16 August 2017 - Heute vor 70 Jahren

16.8.1947 Todesurteil gegen Führer der oppositionellen Agrarpartei Bulgariens, Nikola Petkow, wegen angeblicher Vorbereitung eines Staatsstreichs.