Bild:  Werner Bork

Werner Bork, Hamburg (Hamburg)

"Meine Überzeugungen auch gegen Widerstände verwirklichen"

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Flucht/Ausreise/Freikauf

Biografisches

1932 in Werder/Havel geboren
1938-1949 Besuch der Volksschule, später Carl von Ossietzky Einheitsschule in Werder
1949-1953 Studium an der Deutschen Hochschule für Politik in Westberlin
1953-1954 Übersiedlung nach Hannover
1954-1955 L´ Ecole du Louvre, Paris
1955-1956 Aufenthalt in Großbritannien
1957 Beginn der beruflichen Tätigkeit als Unternehmensberater in der Bundesrepublik Deutschland
1961 Gründung einer Unternehmensberatungsgesellschaft zunächst in Bonn, ein Jahr später Umzug nach Hamburg
2005 Ende der beruflichen Tätigkeit, seit dieser Zeit in Hamburg und Italien

Veröffentlichung

Iris Goldfield-Bork: "Wir wollten was tun", Werderaner Jugendliche leisten Widerstand 1949-1953 und was danach geschah, Metropol Verlag 2015

Kurzbeschreibung

Werner Bork verbrachte seine Kindheit und Jugend in Werder/Brandenburg. Früh stand er in Opposition zum System der SBZ. Ihm wurde die Zulassung zum Abitur verweigert. Er ging nach West-Berlin. Die bereits in Werder aufgenommene Widerstandsarbeit wurde von dort aus neu organisiert und weiter betrieben. In den MfS-Unterlagen wird er als „ernstzunehmender und gefährlicher Gegner der DDR“ beschrieben und seine Entführung beschlossen. In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 1953 vereitelte Werner Bork durch einen Zufall die vom MfS so genannte „Herausholung“. An diesem Abend kam er früher als geplant nach Hause und wurde durch das Licht in seinem Zimmer gewarnt. Tatsächlich hatten sich zwei Geheime Mitarbeiter (GM) der Stasi mit Äther, Schlaftropfen und Watte in der Wohnung Borks versteckt. Werner Bork suchte nach einer neuen beruflichen Zukunft. Die Angebote waren nicht überzeugend und so verbrachte er zwei Jahre in Frankreich und Großbritannien. 1957 bekam er die Möglichkeit, bei einer Unternehmensberatungsgesellschaft nahe Hamburg tätig zu werden. Nach drei Jahren gründete Bork Anfang 1961 eine eigene Beratungsgesellschaft, zunächst in Bonn, später in Hamburg. Er beriet eine Vielzahl von Unternehmen wie: Deutsche Lufthansa AG, Axel Springer Verlags AG, KODAK und viele mehr. Sein Tätigkeitsfeld lag in Deutschland, Italien, Niederlande, USA, Brasilien, Argentinien, Chile, Mexiko, Ägypten, Nigeria und Indonesien. Für acht von der Stasi verhaftete, von der sowjetischen Militäradministration zum Tode verurteilte und in Moskau hingerichtete Jugendliche realisierte er zusammen mit Gisela und Professor Dr. Sigurd Blümcke ein Ehrengrab auf dem alten Friedhof in Werder/Havel.

Arbeitsblätter für den Unterricht

Die Internetseite stellt Unterrichtsmaterialien zu dem Buch und dem dazugehörenden Film von  Iris Bork-Goldfield: “Wir wollten was tun” Widerstand von Jugendlichen an der Havel 1949-1953. zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Die Materialien wurden von Beate Brunow (Wofford College) und Iris Bork-Goldfield (Wesleyan University) zusammengestellt und auf der ACTFL Conference 2015 zum Thema "Civil Disobedience and Its Consequences in the GDR" vorgetragen. Siehe dazu das Handout.

Berichte

"Als Werner Bork Zigaretten holen ging" - Potsdamer Neueste Nachrichten 5.11.2016.

"Ein ernstzunehmender Gegner der Stasi" - Die Postdamer Neuesten Nachrichten berichten über die Buchvorstellung von Iris Goldfield-Bork und eine Begegnung mit ihr und Werner Bork. 17.06.2015

"Antistalinistischer Widerstand in Werder" - 1950 gründeten in Werder Lehrlinge, Schüler und Studenten eine antistalinistische Widerstandgruppe. Sie verteilten Zettel gegen die ersten Wahlen zur Volkskammer. Sieben von ihnen wurden verhaftet und zum Tode verurteilt. Werner Bork floh in den Westen. Der rbb berichtet, 17.6.2015

"Werder erinnert an ein dunkles Kapitel DDR-Geschichte" - 2003 wurde eine Gedenktafel für die sieben Werderaner Jugendliche an einem Schulgebäude in Werder angebracht. Berliner Zeitung, 25.03.2013.

"Todesurteile gegen junge Männer und Frauen aus Werder/Havel" auf jugendopposition.de

"Heinz war gerade 18, als er hingerichtet wurde" - Die Berliner Zeitung berichtete im Februar 1997 über die Widerstandsgruppe in Werder.

 

Dokumentarfilm

"Wir wollten was tun!" spielt in den Jahren 1949-1953. Es ist die Geschichte junger Leute in Werder an der Havel in der ehemaligen DDR, die Widerstand gegen das kommunistische Regime leisteten. Werner Bork, Herbert Herrmann und einige ihrer Freunde entwarfen und verstreuten Flugblätter. Von der KgU erhielten sie Flugblattraketen und schossen diese in der DDR ab. Einige der Jugendlichen wurden vom Staatssicherheitsdienst der DDR  verhaftet, verhört und gefoltert. Andere verschwanden spurlos.

Der Film von Dr. Iris Bork-Goldfield ist mit deutschen und englischen Untertiteln zu sehen.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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