Bild:  Arno Polzin

Arno Polzin, Berlin (Berlin)

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Kirche, historische Aufarbeitung

Biografisches

28.3.1962 in Berlin-Buch geboren
1968-1978 POS in Berlin-Friedrichshagen (11. POS Dr. Arvid Harnack)
1978-1981 Lehrausbildung in Berlin zum Werkzeugmacher; als solcher tätig bis 1990
1982-1984 18-monatiger Wehrersatzdienst bei den Bausoldaten auf der Insel Rügen (Saßnitz)
1984-1989 Fernstudium zum Ingenieur (heute Dipl.-Ing. (FH)) an der FS/HS für Maschinenbau und Elektrotechnik in Berlin
1990 Mitglied des Berliner Bürgerkomitees zur Kontrolle der Auflösung der MfS-Zentrale Berlin-Normannenstraße und im September 1990 beteiligt an der Mahnwache zur 2. Besetzung der MfS-Zentrale
seit Ende 1990 Mitarbeiter des/r BStU Berlin, seit 2003 dort Sachbearbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung.


Eigenständige Veröffentlichungen

Arno Polzin: Mythos Schwedt. DDR-Militärstrafvollzug und NVA-Disziplinareinheit aus dem Blick der Staatssicherheit. Vandenhoeck & Ruprecht 2018, 30,00 €, ISBN 978-3-525-35126-0.

Arno Polzin/Ilko-Sascha Kowalczuk: Fasse Dich kurz! Der grenzüberschreitende Telefonverkehr der Opposition in den 1980er Jahren und das Ministerium für Staatssicherheit, Vandenhoeck & Ruprecht 2014, 69,99€, ISBN 978-3-525-35115-4

Paul Brauhnert, Ilja Hübner, Arno Polzin (Hrsg.): Der DDR-Militärstrafvollzug und die Disziplinareinheit in Schwedt (1968-1990),  336. S., zahlreiche Abbildungen und Zeichnungen, Metropol Verlag Berlin 2013

Arno Polzin: Der Wandel Robert Havemanns vom Inoffiziellen Mitarbeiter zum Dissidenten im Spiegel der MfS-Akten; BF informiert 26; BStU Berlin 2006

Werner Theuer, Arno Polzin: Aktenlandschaft Havemann. Nachlass und Archivbestände zu Robert Havemann in der Robert-Havemann-Gesellschaft und bei der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik; Robert-Havemann-Gesellschaft Berlin 2008

Mitherausgeber und Mitautor von: Das MfS-Lexikon: Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR. Chr. Links Berlin 2011.

Kurzbeschreibung

Arno Polzin wuchs in einem katholischen Elternhaus in Ost-Berlin auf. Er verweigerte die Mitgliedschaft bei den Pionieren und der FDJ und lehnte die Jugendweihe ab. Dadurch bekam er früh zu spüren, wie mit „Abweichlern“ umgegangen wurde. Nach Schul- und Lehrabschluss fand er eine Anstellung in einem der wenigen privatwirtschaftlichen Betriebe der DDR, in dem er politisch unbehelligt als Werkzeugmacher arbeitete. Parallel dazu absolvierte er ein technisches Fachschul-Fernstudium, das er 1989 als Maschinenbau-Ingenieur abschloss. Bedingt durch die katholisch-pazifistische Grundeinstellung verweigerte er schon bei der Musterung den Waffendienst in der NVA, was ihn 1982 zu den Bausoldaten auf Rügen führte. Die Farce der Wahlen in der DDR veranlasste ihn bis einschließlich 1989 zum regelmäßigen Boykott. Am 15. Januar 1990 war er am Sturm der MfS-Zentrale in Berlin beteiligt und engagierte sich in der Folgezeit im Bürgerkomitee zur Kontrolle der Stasi-Auflösung in Berlin. Zum Stichtag der Währungsunion wurde er noch in der DDR arbeitslos, was ihm ermöglichte, sich ab dem 4. September 1990 an der Mahnwache zur Begleitung der zweiten Besetzung der MfS-Zentrale zu beteiligen. Anschließend wirkte er beim Aufbau der Stasi-Unterlagenbehörde mit, in der er seit November 1990 in unterschiedlichen Positionen arbeitet. Seit 2003 ist er Mitarbeiter der Forschungsabteilung und in mehrere Projekte im Themenfeld Opposition und Widerstand in der DDR involviert.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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