Bild:  Gerd Utech

Gerd Utech, Bayern (Peißenberg)

"Widerstand gegen einen nicht akzeptierbaren Neubeginn"

Thema: politische Haft

Biografisches

3.12.1931 in Potsdam geboren
1949
Schulabschluss mit mittlerer Reife
1950 Lehre zum Maurer
1951 vom MfS verhaftet
1952 von einem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren (Arbeits- und Besserungslager) verurteilt
1952-1955 Lagerhaft in Sibirien
1955 Abschluss der Lehre in Westdeutschland
Anschließend Ingenieurstudium
1976 Mitglied der Bayerischen Architektenkammer
seit 1994 in Rente


Eigenständige Veröffentlichungen

Gerd Utech: Prägende Jahre in Potsdam und Sibirien 1945-1955: Ein Zeitzeugenbericht. Schriftenreihe des LStU-Berlin, Band 17. (PDF-Dokument)

 

Kurzbeschreibung

In Potsdam erlebte Gerd Utech im April 1945 die Zerstörung der Stadt durch britische Bomberverbände und im Mai 1945 den Einmarsch der „Roten Armee“. Bereits zur Schulzeit bekam er den Repressionsapparat der SED-Führung zu spüren. Das Abitur durfte Gerd Utech aufgrund „politischer Unreife“ nicht machen. Er hatte sich dem Druck, der FDJ beizutreten, nicht beugen wollen und war zudem in Konflikte mit einem „Gegenwartskundelehrer“ geraten. Dieser war ehemals dekorierter Führer der Hitlerjugend gewesen und danach Mitglied der KPD. Utech verließ die Oberschule 1949 mit der „Mittleren Reife“ und begann eine Maurerlehre. Im Frühjahr 1951 kam er in Kontakt zu einer Widerstandsgruppe aus Werder/Havel, die bereits von Agenten des MfS unterwandert war. Dies führte zu seiner Verhaftung im Juni 1951, zur Verurteilung durch ein Sowjetisches Militärtribunal und einem fast fünf Jahre währenden Aufenthalt in sibirischen Straflagern. Nach seiner Rückkehr im Herbst 1955 schloss er seine Maurerlehre ab und absolvierte ein Ingenieurstudium an der Akademie für Bautechnik in München. Gerd Utech war anschließend bis 1994 im Bausektor tätig. Seit 1976 ist er Mitglied der Bayerischen Architektenkammer.

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Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

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Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

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