Bild: Dr. Thomas Neubert

Dr. Thomas Neubert, Rheinland-Pfalz (Speyer)

"Wir müssen lernen zu verzeihen, dürfen aber nicht vergessen."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft, Kirche

Biografisches

1934 geboren in Magdeburg
1951 als Gymnasiast in Magdeburg verhaftet, neun Monate Untersuchungshaft
1952 Verurteilung zu einem Jahr Gefängnis, Haftentlassung wegen Erkrankung
1952 Flucht nach Westdeutschland
Bis 1955 Behandlung einer während der Haft zugezogenen Lungen-TBC in Krankenhäusern und Heilstätten
1957 Abitur in Speyer
1957-1961 Medizinstudium
1961-2002 Arzt im Krankenhaus und 31 Jahre in eigener Praxis
Seit 2002 u.a. Tutor zur Unterstützung der Heimbeiräte in Pflegeheimen, Heimfürsprecher im Hospiz, Presbyter und Lektor in Gemeinde, Interviewer für Krebsforschungsinstitut, Mitglied des Seniorenbeirats

Eigenständige Veröffentlichung:
Neubert, Thomas: Von der Schulbank ins Gefängnis. Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Sachsen-Anhalt, Magdeburg, 2003.

Kurzbeschreibung

Thomas Neubert engagierte sich als Jugendlicher in Magdeburg in der evangelischen Kirche, sang im Domchor und war in der Jugendarbeit tätig. Am 13. August 1951 wurde er im Alter von siebzehn Jahren verhaftet, weil er von einem Besuch in West-Berlin unter anderem die satirische Zeitung „Tarantel“ mitgebracht hatte. Verhört wurde er in der Danzstraße 1 in Magdeburg, dem Sitz der Sowjetischen Militäradministration. Um seine Solidarität mit Herrn Neubert zu bekunden, zog der Domchor vor das Gebäude und sang. Nach sechs Wochen wurde Thomas Neubert in das Gefängnis in Magdeburg-Sudenburg verlegt, wo schon sein Vater ein paar Jahre früher inhaftiert war, bevor er in sowjetische Speziallager, unter anderem nach Buchenwald kam. Wegen seiner Erkrankung wurde Thomas Neubert 1952 aus der Haft entlassen. Besonders beeindruckend war für ihn, wie intensiv seine Mutter in der Zeit seiner Haft von Freunden und Bekannten unterstützt wurde. Diese Solidarität war ein Grund dafür, dass er trotz der in Haft zugezogenen schweren Erkrankung optimistisch in die Zukunft blickte. Sein Vater wurde einige Monate nach ihm aus der Haft entlassen. Die Familie flüchtete 1952 in die Bundesrepublik.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

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DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.