Bild:  Heidemarie und Günter Zytariuk

Heidemarie und Günter Zytariuk, Baden-Württemberg (St. Julian)

"Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit. (Benjamin Franklin)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Mauerfall 9. November 1989

Biografisches

Heidemarie Zytariuk:
1945 geboren in Apollensdorf
1961 Schulabschluss
1963 Abschluss Handelsfachschule
1964-1971 Arztsekretärin
1971-1983 Sprechstundenschwester in Löwenberg

Dr. Günter Zytariuk:
1945 geboren in Wittenberg
1964 Abitur
1971 Approbation als Arzt
1974 Promotion
1976 Facharzt
1971-1983 Landarzt in Löwenberg

1983 Flucht der Familie über Ungarn
ab 1984 in eigener Praxis mit Ehefrau in St. Julian

Eigenständige Veröffentlichung:
Zytariuk, Günter /Zytariuk, Heidemarie: Mit Formel 1 durch den Eisernen Vorhang. Aus dem Leben einer deutschen Arztfamilie. Ludwigshafen: Pro Message Verlag, 2011.

Kurzbeschreibung

Seit 1971 lebten Günter und Heidemarie Zytariuk mit ihren Söhnen in Löwenburg. Ehemann Günter war als Landarzt tätig, seine Frau Heidemarie in der Praxis als Sprechstundenschwester. Da sie keinen direkten Vorgesetzten hatten, konnten sie politisch sehr ungebunden agieren. Durch seine Arzttätigkeit im ländlichen Raum hatte Günter Zytariuk auch Kontakt zu politischen Führungskreisen, etwa dem Politbüro der SED, und Einblick in deren Leben. Materiell ging es der Familie sehr gut, doch der Drang nach Freiheit, einem Leben jenseits staatlicher Willkür, Überwachung und Kontrolle, wurde mit jedem Jahr stärker. Die beiden Söhne sollten nicht in Unfreiheit erwachsen werden. Der Arzt und seine Frau beschlossen daher, der DDR den Rücken zu kehren. Seit 1977 probierten sie, auf eigene Faust in die Bundesrepublik zu flüchten. Erst 1983, nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, erreichten sie mit Unterstützung von Helfern, versteckt in einem LKW, ihr Ziel. In Rheinland-Pfalz baute sich die Familie eine neue Existenz auf. Den Fall der Mauer 1989 erlebte das Ehepaar Zytariuk zufälligerweise von West-Berlin aus. Die Bilder dieser Tage haben sich bei ihnen tief eingeprägt.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

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Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

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DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Sonntag, 21 Januar 2018 - Heute vor 50 Jahren

21.1.1968 Die Prager Gewerkschaftszeitung »Práce« druckt einen Artikel des Reformpolitikers Josef Smrkovský, in dem dieser einen Weg zum Sozialismus ankündigt, der Bedürfnisse und Interessen einzelner Bevölkerungsgruppen berücksichtigt.