Bild:  Angelika Cholewa

Angelika Cholewa, Berlin (Berlin)

"Erfahrungen sind Wegweiser und keine Lagerplätze. (B. Shaw)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft

Biografisches

1955 geboren in Naumburg an der Saale
1962-1974 Oberschule und Gymnasium in Naumburg an der Saale
1974-1977 Ingenieurschule für Bekleidungstechnik, Berlin
1977-1980 Leitende Ingenieurin VEB Modellkleidung Erfurt, VEB Feinkostfabrik Erfurt und VEB Kleinlederwaren Naumburg
1980-1983 Inhaftierung unter anderem in Hoheneck aufgrund versuchter Republikfluch und landesverräterischer Nachrichtenübermittlung
1983 Freikauf durch die Bundesrepublik
1984-1999 Storemanagerin in Berlin, Frankfurt/Main und Österreich
1999-2004 Projektleiterin und Trainerin in Bildungsinstituten in Österreich und Deutschland
2005 bis heute: Krisen- und berufsbezogene Beratung von erwerblosen Personen
2008-2011 Berufsbegleitender Master-Studiengang „Beratung in der Arbeitswelt - Coaching und Supervision“

Angelika Cholewa steht für Zeitzeugeneinsätze in ganz Deutschland zur Verfügung.

Kurzbeschreibung

Im Alter von 16 Jahren wurde ich von zwei Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit auf dem Schulhof bedrängt und zur Mitarbeit als Inoffizielle Mitarbeiterin genötigt. Meine Eltern konnten mich nicht schützen. Nach wenigen Treffen verweigerte ich die Mitarbeit. Infolge dessen bekam ich erste berufliche Konsequenzen nach dem Abitur zu spüren, als mir das Architekturstudium verweigert wurde. Nicht nur während des Studiums, sondern auch in den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit mischte sich die Staatssicherheit in meine familiären und persönlichen Angelegenheiten ein. Wiederholte demütigende Erfahrungen in “Volkseigenen Betrieben“, wie etwa das öffentliche Rügen vor allen Mitarbeitern wegen des Fehlens bei der 1. Mai Demonstration, führten letztendlich zu dem Entschluss, mit meinem damaligen Ehemann die DDR zu verlassen. Die Flucht an der Grenze zwischen der Tschechoslowakei und Bayern scheiterte jedoch, so dass ich von 1980 bis 1983 inhaftiert wurde. 1983 wurde ich von der Bundesrepublik freigekauft. In meiner nächsten Lebensetappe beabsichtige ich im Dialog mit Lehrenden, Forschenden und heranwachsenden Generationen meinen Teil zur politischen Bildung, Aufarbeitung und der Aufklärung über die SED-Diktatur beizutragen.

Berichte

- "Die Haft dauert an. Politische Gefangene der DDR", von Britta Beeger, in: FAZ, 9.11.2013

 

Angelika Cholewa im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern (Video):

Bei dem Projekt „Stimmen der Opposition“ führen Schülerinnen und Schüler Interviews mit einem Zeitzeugen. Es entsteht ein Bild der DDR-Bürgerrechtsbewegung, gesehen mit den Augen der heutigen Jugendlichen. Das Zeitzeugeninterview mit Angelika Cholewa wurde veröffentlicht. Eine Kurzversion finden Sie hier.

Projekt der Deutschen Gesellschaft e.V., gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Donnerstag, 27 Juli 2017 - Heute vor 64 Jahren

27.7.1953 Die USA und Nordkorea unterzeichnen in Panmunjon das Waffenstillstandsabkommen zur Beendigung des Koreakrieges.