Bild:  Michael Schlosser

Michael Schlosser, Sachsen (Liebstadt)

"Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. (Heinrich-Hoffmann von Fallersleben)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft

Biografisches

1944 geboren in Triptis/Thüringen
1958 Abschluss der 8. Klasse
1958-1961 Ausbildung als Kfz-Schlosser
1961-1975 Tätigkeit als Kfz-Schlosser und Fuhrparkleiter
1976-1983 Angestellter beim DDR-Fernsehen in Dresden als Fuhrparkleiter
28.10.1983 Verhaftung durch Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der Bezirksverwaltung Dresden
1984 Verurteilung zu viereinhalb Jahren Haft wegen "Vorbereitung zum ungesetzlichen Grenzübertritt" im schweren Fall
5.12.1984 Freikauf durch die Bundesrepublik
2004 Rückkehr nach Sachsen
seit 2007 als Zeitzeuge und Referent unter anderem in der Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden aktiv

Kurzbeschreibung

Michael Schlosser wollte 1983 mit einem selbstgebauten Leichtflugzeug aus der DDR in die Bundesrepublik flüchten. Sein Vorhaben wurde durch Kollegen, die als Inoffizielle Mitarbeiter für das Ministerium für Staatssicherheit arbeiteten, verraten. Er wurde verhaftet, in der Haftanstalt Bautzen I eingesperrt und 1984 von der Bundesrepublik freigekauft. 2007 versuchte er, seine beiden ehemaligen Kollegen mit einem Erpressungsversuch zur Preisgabe ihrer Klarnamen zu zwingen. Der Versuch misslang und endete vor Gericht. Seine Fluchtpläne sind Thema in der dreißigminütigen Filmdokumentation „Operation Ikarus“ des MDR. Das Flugzeug hat er nachgebaut und dem Mauermuseum am Checkpoint Charlie geschenkt. Ein weiteres Modell ist in der Gedenkstätte Bautzner Straße ausgestellt.

Berichte

"Über den Wolken" - Michael Schlosser berichtet von seinem Fluchtversuch mit einem selbstgebauten Flucgzeug 1983 und davon, wie er es heute noch einmal baut. Frankfurter Allgemeine, 9.11.2014

"Flucht Marke Eigenbau: DDR-Zeitzeuge Michael Schlosser zeigte Schülern sein Flugzeug." Michael Schlosser im Gespräch mit Jugendlichen der Johannisberg-Schule in Witzenhausen, Okotber 2014. hna.de, 18.10.2014

"Ikarus plant Grenzdurchbruch mit selbstgebauten Flugobjekt", Zeitungsbericht in der Braunschweiger Zeitung vom 6. Mai 2010, Reinhard Brennecke

"Dresdner Ikarus", Bericht im Spiegel vom 24. November 2008, Steffen Winter

Interview

"Fluchtversuch mit Bastelflieger" - Michael Schloss berichtet von seinem Fluchtversuch und seiner Verhaftung, MDR-Interview vom 15.08.2015.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

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Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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