Bild:  Gerhard Schmale

Gerhard Schmale, Nordrhein-Westfalen (Schloß Holte-Stukenbrock)

"Diktatur bleibt Diktatur, ganz gleich, ob rot oder braun."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft

Biografisches

1932 in Altenburg/Thüringen geboren
ab 1948 Mitarbeit in einer Widerstandsgruppe Altenburger Oberschüler
1949 Bau eines illegalen Rundfunksenders und Störung der offiziellen Sendungen anlässlich Stalins 70. Geburtstags
1950 Verhaftung der Gruppe im März/April und Verurteilung zu 10 Jahren Haft
1950-1957 Inhaftierung in Bautzen, Halle, Torgau und Waldheim
1956 Entlassung und Arbeit als Röntgenassistent im Krankenhaus Altenburg
1957 Flucht nach Berlin (West), Hamburg , Bielefeld
1972 Staatsexamen Erzieher
Bis heute Ausbildung von Kindern und Jugendlichen im Deutschen Amateur Radioklub (DARC), dessen Mitglied er seit 1961 ist
2003 Bundesverdienstkreuz

Gerhard Schmale ist am 15. Mai 2015 verstorben.

Kurzbeschreibung

Gerhard Schmale wurde 1932 in Altenburg/Thüringen geboren. Dort wuchs er auf und erlebte das Ende des 2. Weltkriegs. Mit 16 Jahren schloss er sich einer Widerstandsgruppe von Altenburger Oberschülern an, die gegen den Stalinismus eintrat. 1949 baute die Gruppe einen illegalen Rundfunksender, auf dem sie einen Stalin-kritischen Beitrag zu dessen 70. Geburtstag am 21.12.49 ausstrahlten. Die Gruppe wurde deshalb im Frühjahr 1950 verhaftet und von den DDR-Organen an die sowjetischen Behörden übergeben. Im September 1950 wurde Schmale zu 10 Jahren Haft verurteilt, von denen er sechseinhalb Jahre in verschiedenen Zuchthäusern der DDR verbüßte. Geprägt hat ihn vor allem die Zeit im Gefängnis in Bautzen, wo er zwei Jahre auf dem so genannten Jugendsaal mit 400 Jugendlichen verbrachte, die, hungrig und häufig krank, ohne sinnvolle Beschäftigung die Zeit absaßen, aber sich die Hoffnung auf ein Leben in Freiheit nicht nehmen ließen. Nach seiner Entlassung ging er in die Bundesrepublik, wo er sich v.a. der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen widmete. Noch heute bildet er als Mitglied des Deutschen Amateur Radioclubs Kinder und Jugendliche aus.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

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Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

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Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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