Bild:  Thomas Auerbach

Thomas Auerbach, Mecklenburg-Vorpommern (Clenze)

"Opposition in der DDR hat auch Spass gemacht. Wir haben diskutiert, gefeiert, gegessen, getrunken, miteinander gelebt."

Thema: Parteien, Bürgerrechtsbewegung, politische Haft, historische Aufarbeitung

Biografisches

1947
geboren in Leipzig
1964-1970 Elektromonteurlehre und Ausbildung zum Diakon
1970er Religionspädagoge und Dipl.-Sozialpädagoge
Ab 1971 Leiter der Offenen Jugendarbeit in der Gemeinde Jena-Mitte
1975 Eintritt in die Blockpartei CDU, später Ausschluss wegen „parteischädigenden Verhaltens“
1976 Verhaftung wegen Organisation von Protesten gegen die Biermann-Ausbürgerung
1978-1993 Tätigkeit als Jugendleiter, Religionslehrer und Referent für politische Erwachsenenbildung am Gesamtdeutschen Institut in West-Berlin
1978-1989 Ausbildungen und Studium der Erziehungswissenschaften an der Freien Universität Berlin
Seit 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung bei der BStU
2000 Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz
2006 Leiter der Außenstelle Schwerin der BStU
2009 Freier wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung bei der BStU

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)

Kurzbeschreibung

Thomas Auerbach engagierte sich seit den 1960er Jahren in der kirchlichen Jugendarbeit. Nachdem er den Wehrdienst verweigerte, absolvierte er eine Ausbildung zum Diakon in Eisenach. Als Stadtjugendwart der Evangelischen Kirchengemeinde Jena unterstützte er kritisch denkende Jugendliche. Sein Engagement löste zunehmend Konflikte mit der SED und der Kirchenleitung aus. Als er zu Protesten gegen die Ausbürgerung Biermanns aufrief, wurde er festgenommen. Nach einer einjährigen Haftstrafe folgte 1977 die Ausbürgerung. In West-Berlin arbeitete er als Lehrer, Jugendleiter und Referent für politische Erwachsenenbildung am Gesamtdeutschen Institut. Er unterstützte weiterhin aktiv die DDR-Opposition. Er wirkte in der block-übergreifenden Friedensbewegung mit und beteiligte sich an heimlichen Treffen mit Regimekritikern aus der ?SSR und Polen. Zudem entwickelte er in der „Arbeitsgruppe Berlin- und Deutschlandpolitik“ Vorschläge für eine europäische Lösung zur Überwindung der deutschen Teilung. In Dezember 1989 kehrte er in die DDR zurück, um aktiv an den revolutionären Ereignissen teil zu haben. Er beteiligte sich an der Besetzung der MfS-Bezirksverwaltung sowie der Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit in Gera. Seit 1993 forscht Auerbach als wissenschaftlicher Mitarbeiter der BStU über die Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Berichtserstattung in den Medien

Artikel von Thomas Auerbach in der Welt vom 15. Dezember 2011: "Geburt des Rechtsextremismus im Stasi-Elternhaus"

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Dienstag, 14 August 2018 - Heute vor 50 Jahren

14.8.1968 Der sowjetische Botschafter Chervonenko übergibt Dubcek eine Erklärung des ZK der KPdSU, in der die Unzufriedenheit über die Nicht-Erfüllung der Übereinkünfte von Cierna und Bratislava erklärt wird.