Bild:  Hubert Lampe

Hubert Lampe, Rheinland-Pfalz (Mainz)

"Es wurde ein Gesetz erlassen, welches den Menschen verbietet das Land, in dem sie zufällig geboren sind, zu verlassen. Der Sinn des Gesetzes liegt auf der Hand. Das Land ist so schlecht, oder wird so schlecht regiert, dass es alle Menschen verlassen würden. (Voltaire)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Grenzerfahrungen

Biografisches

1949 in Worbis (Thüringen) geboren
1953 Umzug nach Benneckenstein (Bezirk Magdeburg)
1963-1967 Besuch der Erweiterten Oberschule (EOS) in Wernigerode
1967-1971 Studium des Bauingenieurwesens und der Berufspädagogik an der Technischen Universität Dresden
1971-1973 Lehrer an der Betriebsschule und Berufsakademie des Baumontagekombinats Erfurt, Betriebsteil Jena-Burgau
1973 Flucht in die Bundesrepublik
1974-1975 Referendariat an der Berufsbildenden Schule – Technik – in Mainz
1975-2009 Studienrat, Oberstudienrat und Studiendirektor
mehrere Schulprojekte mit der Partnerschule Jena
2009-2013 Altersteilzeit

Hubert Lampe ist am 18. Juni 2016 gestorben.

Kurzbeschreibung

Hubert Lampe verbrachte seine Kindheit im Kreis Wernigerode (Sachsen-Anhalt) unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. Sein älterer Bruder erhielt keine Zulassung zum Abitur und besuchte deshalb ein Gymnasium in der Bundesrepublik. Als das SED-Regime nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 die Sicherheitsmaßnahmen im grenznahen Gebiet verschärfte, durfte sein Bruder nicht mehr nach Hause reisen. Zwischen 1967 und 1971 studierte Lampe Bauingenieurwesen und Berufspädagogik an der TU Dresden. 1968 reiste er mehrfach in die Tschecho-slowakei und schmuggelte u.a. das „Manifest der 2000 Worte“, eines der Schlüsseltexte des Prager Frühlings, in die DDR. Zwischen 1971 und 1973 arbeitete er als Lehrer an der Betriebsschule und Betriebsakademie des Baumontagekombinats Erfurt. In dieser Zeit wurde er mehrfach aufgefordert, in die SED einzutreten, was er stets ablehnte. Als er 1973 den Wehrdienst in der NVA leisten sollte, floh er über Bulgarien, Rumänien und Jugoslawien nach Österreich. 1974 ging er nach Mainz, um das Referendariat an der Berufsbildenden Schule (Technik) zu absolvieren. Zwischen 1975 und 2009 war er als Studienrat, Oberstudienrat und Studiendirektor tätig. Nach 1989/90 betreute er mehrere Schulprojekte zwischen Schulen in der Bundesrepublik und den jeweiligen Partnerschulen in der DDR und Ungarn.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Dienstag, 12 Dezember 2017 - Heute vor 34 Jahren

12.12.1983 Mitglieder der Initiative „Frauen für den Frieden“, darunter Bärbel Bohley und Ulrike Poppe, wegen "Landesverrats" verhaftet. Nach internationalen Protesten werden sie am 24. Januar 1984 freigelassen.