Bild:  Harald Möller

Harald Möller, Bayern (Ostheim)

"Aus Dankbarkeit gegenüber Altbundeskanzler Adenauer, der 1955 u.a. die Senkung der Strafmaße für politische Häftlinge in der DDR erwirkte, engagiere ich mich seit 1960 ehrenamtlich."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft, historische Aufarbeitung

Biografisches

1928 in Untermaßfeld (Thüringen) geboren
Besuch der Volksschule und des Gymnasiums
1945 Wehrmacht und amerikanische Kriegsgefangenschaft
1947 Lehrer-Studium
1948 Verhaftung durch die Kriminalpolizei, Abteilung K5 und Übergabe an das sowjetische Militär
Haft in der NKWD-Untersuchungshaftanstalt in Weimar
1948 Verurteilung zu zweimal 25 Jahre Haft wegen angeblicher Spionage und antisowjetischer Propaganda
1948-1956 Inhaftierung in Bautzen, Entlassung nach Bremen
Aufenthalte in Flüchtlingslagern, u.a. in Neuss am Rhein
Besuch der Höheren Handelsschule in Düsseldorf
1961 Regierungsinspektor in Düsseldorf
1968 Prüfungsbeamter Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf)
seit 1990 im Ruhestand

Kurzbeschreibung

Harald Möller geriet 1945 als Wehrmachtssoldat in amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1946 wurde er freigelassen und war Beamtenanwärter bis er 1947 ein Studium aufnahm, um Lehrer zu werden. 1948 hat ihn die Kriminalpolizei (Abteilung K5), ein Vorläufer des MfS, verhaftet und an das sowjetische Militär übergeben. Das Militärgericht warf Möller Spionage und antisowjetische Propaganda vor und verurteilte ihn zu zweimal 25 Jahren Haft. 1948 wurde er aus der NKWD-Untersuchungshaftanstalt in Weimar in das sowjetische Speziallager Bautzen verlegt, wo er bis 1956 inhaftiert war. Als der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer im Rahmen eines Besuchs in Moskau 1955 auch eine Senkung der Strafmaße für politische Häftlinge in der DDR erwirkte, wurde Möller 1956 vorzeitig in die Bundesrepublik entlassen. Nach Aufenthalten in Bremen und Neuss am Rhein besuchte er die Höhere Handelsschule in Düsseldorf und nahm 1961 die Tätigkeit als Regierungsinspektor und ab 1968 als Prüfungsbeamter in Düsseldorf auf. Harald Möller ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und seit 2003 Vorsitzender des Bautzen-Komitees e.V.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

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Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Mittwoch, 28 Juni 2017 - Heute vor 61 Jahren

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