Bild: Dr. Martin Hoffmann

Dr. Martin Hoffmann, Baden-Württemberg (Karlsruhe)

"Die Ereignisse von 1989/90 waren der zweite Höhepunkt des deutschen Widerstands gegen die kommunistische Diktatur nach dem Volksaufstand vom 17.Juni 1953."

Thema: Deutsche Einheit, Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft, Mauerfall 9. November 1989

Biografisches

1930 in Oederan (Sachsen) geboren
1950-1951 Student an der Ingenieurschule Mittweida (Sachsen)
1951-1955 Verhaftung wegen politischer Tätigkeit, Zwangsarbeit im sowjetischen Gulag in Workuta
1955 Rückkehr nach Deutschland, in die Bundesrepublik
1956-1961 Studium der Elektrotechnik (Dipl. Ing.), danach Berufstätigkeit
1968 Gründungsmitglied der „Amnesty International“ im Raum Karlsruhe
1990 Ende der Berufstätigkeit und Studium der Geschichte und Philosophie an der Universität Karlsruhe (TH)
2001 Gründung des Zeitzeugenmuseums in Karlsruhe und 2002 in Oederan (Sachsen)
2006 Promotion im Fach Philosophie
2008 Bundesverdienstkreuz am Band
2010 Mitarbeit in der Gedenkstätte „Bautzner Straße Dresden“

Kurzbeschreibung

Als Student gründete ich eine Menschenrechtsgruppe, die sich mit den Schicksalen Verschwundener befasste. Dafür wurde ich am 24.10.1951 von der Staatssicherheit (MfS) verhaftet und an die sowjetische Armee übergeben, die mir sofort das Todesurteil verkündete. Das Urteil wurde später zu dreimal 25 Jahren Zwangsarbeit im sowjetischen Arbeits- und „Besserungslager“ Workuta abgeändert. Als der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer 1955 in Moskau die Freilassung der letzten 10.000 Kriegsgefangenen und politischen Häftlinge aus der Sowjetunion erwirkte, kehrte auch ich in die Bundesrepublik zurück. Danach engagierte ich mich auch im Westen für Menschenrechte, z.B. bei Amnesty International und ich gründete ein Archiv für Zeitgeschichte. Beim Mauerfall 1989 war ich dabei, um die Sternstunde unseres Widerstands zu erleben. Dieser Impuls war für mich der Anlass, zwei Zeitzeugenmuseen zu gründen, Vorträge zu halten und mit 76 Jahren in Geschichtsphilosophie über Sokrates zu promovieren. Beide Zeitzeugenmuseen haben das Ziel, an das begangene Unrecht in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR zu erinnern. 2008 erhielt ich für mein Engagement das Bundesverdienstkreuz sowie weitere Auszeichnungen. Bis heute publiziere ich weiterhin und halte Zeitzeugenvorträge über meine Erfahrungen mit dem SED-Regime.

Berichte

"Die Verehrung von Adenauer ist geblieben. Vom Verschleppten zum Kämpfer der Menschenrechte", Zeitungsbericht in den Badischen Neuesten Nachrichten vom 9. November 2011.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Donnerstag, 19 Oktober 2017 - Heute vor 33 Jahren

19.10.1984 In Polen wird der junge Priester Jerzy Popieluszko vom Sicherheitsdienst ermordet. Tausende hörten seine Predigten in der Warschauer Stanislaw-Kostka-Kirche.