Bild:  Eugen Meyer

Eugen Meyer, Thüringen (Ellrich)

"Am 11.11.1989 gingen wir als erste Deutsche über einen nicht offiziellen Übergang, Grenztor 8 im Grenzsperr- und Signalzaun, in die Freiheit."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Grenzerfahrungen, Deutsche Einheit

Biografisches

1947 in Memel damals Ostpreußen heute Litauen geboren
1948 Ausweisung aus Königsberg
1950 gemeinsam mit den Eltern Einreise in die DDR über den Grenzübergang Walkenried (Niedersachsen) – Ellrich (Thüringen)
November 1989 Demonstration am Grenztor 8 im Grenzsperr- und Signalzaun
ab 1992 Dozent für Kälteanlagebau und Faserverbundtechnik
Heute im Ruhestand

Eigenständige Veröffentlichung (u.a.):
Meyer, Eugen: Geheimnis Sperrgebiet : oder wie man im Raum Ellrich durch Vernichten des Ungeziefers und Ausreißen der Kornblumen glaubte, den Sozialismus festigen zu können? 2., überarb. Aufl., Ellrich: Selbstverl., 2009.

Kurzbeschreibung

Im Herbst 1948 wurde meine Familie durch den Stalin-Erlass aus Königsberg ausgewiesen. Über Brandenburg gingen wir nach Köln und von dort aus 1950 nach Sülzhayn (Thüringen). Ich bin in Sülzhayn in die Grundschule gegangen, danach besuchte ich zwei Jahre lang die Polytechnische Oberschule in Ellrich. Als Kind erlebte ich Zwangsumsiedlungen ganzer Familien durch die Volkspolizei, in den Aktionen „Ungeziefer 1952“ und „Kornblume 1961“ mit. 1961 ging ich über die grüne Grenze in die Bundes-republik nach Köln. Nachdem man mir zugesichert hatte, dass ich bei Rückkehr in Sülzhayn wohnen bleiben könnte, ging ich nach sechs Wochen zurück. Ich durfte allerdings zunächst kein Hoch- schulstudium aufnehmen. Ab 1963 erlernte ich den Beruf eines Elektromechanikers im Büromaschinenwerk Sömmerda. Danach besuchte ich die Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektro-technik in Dresden. Ab März 1969 arbeitete ich als Konstrukteur im VEB Kältetechnik Niedersachswerfen. In dieser Zeit holte ich auch mein Studium in der Abendschule nach. 1983 bin ich Ingenieur geworden. Im Betrieb habe ich als sogenannter Vertrauensmann und als Wehrleiter der freiwilligen Betriebsfeuerwehr Kältetechnik mitgearbeitet. Ich war verheiratet. Als sich nach der Friedlichen Revolution herausstellte, dass meine Frau unter dem Namen Hannah inoffiziell für das MfS tätig war, trennte ich mich von ihr.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Dienstag, 12 Dezember 2017 - Heute vor 34 Jahren

12.12.1983 Mitglieder der Initiative „Frauen für den Frieden“, darunter Bärbel Bohley und Ulrike Poppe, wegen "Landesverrats" verhaftet. Nach internationalen Protesten werden sie am 24. Januar 1984 freigelassen.